Erstes Sakrament

Fragen und Antworten zur Taufe

Am Sonntag wird Taufe des Herrn gefeiert. Worum geht es da und warum wird überhaupt getauft? Fragen zur Taufe für Sie beantwortet.

Auch wenn die meisten Christen als Baby getauft werden, kann man sich auch noch im Erwachsenenalter für eine Taufe entscheiden. © Antonio Gravante - stock.adobe.com

Welche Bedeutung hat die Taufe? 

Die Taufe ist das erste von sieben Sakramenten in der katholischen Kirche. Zusammen mit der Eucharistie und der Firmung gehört sie zu den sogenannten "Initiations-Sakramenten". Durch die Taufe wird ein Mensch in die Glaubensgemeinschaft der Christen aufgenommen. Laut Papst Franziskus ruft sie außerdem zu einem neuen Leben: "Durch die Taufe lebt Christus in uns und wir in ihm, und wir werden zur Mitarbeit in der Kirche befähigt, um die Welt zu verwandeln". Die Taufe gilt ein Leben lang. Man kann aus der Kirche austreten, die Taufe aber nicht rückgängig machen. 

Wer wird getauft? 

In der Regel werden in der katholischen Kirche Kinder in den ersten Lebensjahren getauft. Das Kind soll von Anfang an in die Gemeinschaft der Kirche hineinwachsen. Früher wurde möglichst schnell nach der Geburt getauft. Man befürchtete, dass Kinder, die ohne Taufe sterben, nicht ins Himmelsreich kämen. 2007 erklärte Papst Benedikt XVI. diesen Glauben für veraltet. 

Für die Taufe ist man aber nie zu alt. Viele Menschen finden erst als Erwachsene ihren Glauben und möchten Teil der Kirche werden. Auch sie können nach gewissenhafter Vorbereitung getauft werden. Oft finden dann Taufe, Erstkommunion und Firmung in einer Feier statt. 

Wie läuft eine Taufe ab? 

Zuerst wird der Täufling nach seinem Glauben befragt. Bei der Taufe eines Kindes bekennen Eltern und Paten stellvertretend ihren Glauben und versprechen das Kind im katholischen Glauben zu erziehen. Zur Taufe gießt der Taufspender dreimal geweihtes Wasser über den Kopf des Täuflings. Dazu spricht er die Taufformel: "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Mit dem heiligen Chrisamöl wird die Stirn des Täuflings gesalbt. Die Taufkerze wird an der Osterkerze entzündet als Zeichen für Christus, der den Täufling erleuchtet hat.  

Wer darf taufen? 

Taufspender ist in der Regel ein Priester oder Diakon. Mit besonderer bischöflicher Beauftragung dürfen mancherorts auch Pastoral- oder Gemeindereferenten das Taufsakrament spenden. In Notsituationen kann aber jeder Mensch taufen, ob selbst Christ oder nicht. Für eine solche Nottaufe spricht der Spender die Taufformel, während er den Täufling mit Wasser übergießt.

Welche Rolle spielen Taufpaten?

Ein Taufpate soll den Täufling in seinem Leben begleiten und ist gemeinsam mit den Eltern für die christliche Erziehung des Kindes zuständig. Rein rechtlich sind mit dem Patenamt keine Pflichten verbunden. So fällt den Taufpaten auch im Todesfall der Eltern nicht automatisch das Sorgerecht zu. Kirchenrechtlich darf ein Täufling zwei Taufpaten haben. Personen mit anderer Konfession können Taufzeugen werden. 

Was feiern wir an "Taufe des Herrn"?

Das Fest der Taufe des Herrn beschließt die Weihnachtszeit. Nach der Betrachtung der Kinderzeit Jesu, beginnt nun sein öffentliches Auftreten. Die Taufe Jesu, die am Sonntag nach dem Dreikönigstag gefeiert wird, beschreiben die drei Evangelisten Markus, Lukas und Matthäus in der Bibel. Jesus wird von Johannes im Jordan getauft. Der Himmel tut sich auf und der Heilige Geist kommt in Form einer Taube herab.