missio-Podcast "Reisewarnung"

Es gibt auch gute Nachrichten aus Afrika

Ein Bischof als Friedensstifter und katholische Selbsthilfegruppen: In der neuen Folge des missio-Podcasts „Reisewarnung“ geht es nach Kenia.

missio-Cherfedakteurin Barbara Brustlein beim Friedens-Gottesdienst in Kerio-Tal © Jörg Böthling/missio München

Viele internationale Beobachter haben mit Sorge auf die Wahlen in dem ostafrikanischen Land geblickt, denn der Ausgang war denkbar knapp. Mit 50,49 Prozent ist William Ruto im August zum neuen Staatschef in Kenia gewählt worden. Als die Wahl im Jahr 2007 ähnlich knapp ausgegangen war, war es zu schlimmen Ausschreitungen gekommen, bei denen es auch Tote gegeben hat. Bei den meisten anderen Wahlen danach ging es in dem eigentlich sehr friedlichen Land unruhig zu.

Die missio-Redakteure Barbara Brustlein und Christian Selbherr haben Anfang des Jahres das Land bereist und sich mit Projektpartnern über die Situation unterhalten.

Der Bischof als Friedensstifter

Da ist zum Beispiel der Bischof von Eldoret, Dominic Kimengich. Mit ihm ist Barbara Brustlein in das berüchtigte Kerio-Tal gefahren. Dort bekriegen sich schon sehr lange zwei Volksgruppen. Bis Februar hatte es dort schon 80 Tote gegeben. 15 Schüler und zwei Lehrer landeten nach einem Überfall auf einen Schulbus mit zerschossenen Gliedmaßen im Krankenhaus. Und an dem Tag, als der Bischof und die Reporterin in das Tal fuhren, hatten die Marakwet gerade den Pokot 300 Rinder gestohlen. Eine gefährliche Situation, denn es war klar, dass die Pokot auf der anderen Seite des Flusses nun auf Rache sinnen würden. Dabei hatte der Bischof beide Volksgruppen zu einem Versöhnungsgottesdienst geladen. Jetzt waren nur die Marakwet da – und durften sich eine Predigt anhören, in der Bischof Dominic kein Blatt vor den Mund nahm. Der Mann war schon an anderen Orten als Friedensstifter unterwegs. Ob er auch im Kerio-Tal erfolgreich sein wird, wird die Zukunft zeigen.

Menschen aus den Nachbarländern kommen nach Nairobi

Konflikte zwischen den Volksgruppen sind heute aber eher die Ausnahme im Kenia. Das Land hat in den letzten 20 Jahren eine beachtliche Entwicklung durchgemacht. Beispielsweise sind heute mehr als 80 Prozent der Haushalte ans Stromnetz angeschlossen. Bis 2030 sollen es alle sein. Was das für das tägliche Leben ausmacht, kann man sich vorstellen.

Auch Menschen aus den zum Teil von Bürgerkriegen erschütterten Nachbarländern machen sich auf den Weg nach Nairobi, weil sie sich dort eine Zukunft erhoffen. „Sie kommen aus Äthiopien, Somalia und dem Südsudan oder auch aus weiter entfernt liegenden Ländern wie Ruanda, Burundi oder dem Kongo“, erzählt Christian Selbherr. Er hat Selbsthilfegruppen getroffen, in der sich Geflüchtete gegenseitig unterstützen. Rund 20 solcher Gruppen gibt es in Nairobi. Gegründet wurden sie von Katholiken.

Sichtbare Erfolge

„Diejenigen, die vor Jahrzehnten hergekommen sind, versuchen jetzt den neu Ankommenden zu helfen: Wo gibt es einen Kinderarzt, wie melde ich meine Kinder in der Schule an oder wie bewerbe ich mich um einen Job – das sind die Fragen, die sie oft auch in der Sprache der Geflüchteten beantworten können.“ Der Reporter konnte auch Erfolge beobachten. Denn vor fünf Jahren hatte eine Kollegin schon einmal diese Gruppen besucht. Er hatte die alte Ausgabe des missio-Magazins mit der Reportage im Gepäck und hat sie der Gruppe gezeigt. „Auf einem der Fotos war eine Frau, die sich wiedererkannt hat. Damals hatte sie ein kleines Schneidergeschäft in ihrer Wohnung. Jetzt hat sie einen eigenen Laden.“

Wer mehr über die Kenia-Reise hören möchte: Die neue Folge der Reisewarnung gibt’s überall, wo es Podcasts gibt. Zum Beispiel auch auf Ihrem Smartspeaker. Sagen Sie einfach: „Alexa, spiel den Podcast Reisewarnung von missio München“. Probieren Sie´s mal aus!

Podcast-Tipp

Reisewarnung

Für die Regionen, in die die Redakteure von missio München reisen, gibt es oft eine Reisewarnung. Da, wo der Staat nicht mehr funktioniert, sind die Netzwerke der kirchlichen Einrichtungen häufig die einzigen Anlaufstellen, die überhaupt noch da sind. Für das „missio magazin“ berichten die Redakteure, was die Menschen dort bewegt – ihre Sorgen und Nöte, Krieg und Konflikt – aber auch den ganz normalen wunderbaren Alltag.

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Die Autorin
Brigitte Strauß-Richters
Radio-Redaktion
b.strauss-richters@st-michaelsbund.de