Die Feier von Ostern

Drei Fragen und Antworten zum Ostersonntag

Die Fastenzeit ist vorbei. Christen feiern die Auferstehung von Jesus. Doch was passiert genau am Ostersonntag?

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Was feiern wir am Ostersonntag?
Der Ostersonntag ist für Gläubige der Höhepunkt der Feierlichkeiten. Es wird der Auferstehung Jesus Christus gedacht. Wie sich die Auferstehung Jesu vollzog, wird in der Bibel nicht beschrieben. Das Neue Testament erwähnt auch keine Augenzeugen. Hingegen enthalten die Evangelien und Paulus-Briefe Berichte über das leere Grab, die Verkündigung der Auferstehung durch einen Engel, über Erscheinungen des Auferstandenen und die Bekenntnisse, die diesen Glauben bezeugen.

Woher kommt der Name „Ostern“?
Da ist man sich nicht ganz sicher. Einige Sprachforscher nehmen eine Verwandtschaft mit dem Substantiv „Osten“ in der ursprünglichen Bedeutung „Morgenröte“ an. Demnach geht der Name zurück auf ein Fest der Germanen, das sie zu Ehren der Göttin der Morgenröte austrugen. Historiker vermuten das Wort wurde von einem heidnischen „Frühlingsfest“ zu Ehren der Göttin Ostera übernommen. In anderen Sprachen ist die Herleitung sehr viel einfacher. Die Niederländer nennen das Fest „Pasen“, die Schweden “Påsk“ – überall wird die Nähe des christlichen Osterfestes mit dem älteren jüdischen Passah- bzw. Pessachfest deutlich.

Was passiert in der Kirche am Ostersonntag?
Die Liturgie des Ostersonntags wird durch die Feier der Osternacht eingeleitet. Die Feier der Osternacht ist ein Vigildienst, beginnt also frühestens nach Sonnenuntergang am Karsamstag und endet spätestens vor der Morgendämmerung am Ostersonntag. Sie umfasst die vier Hauptteile: Lichtfeier, Wortgottesdienst, Tauffeier und Eucharistie. Beginn ist vor der Kirche mit der Segnung des Osterfeuers. Dieses stammt aus der germanischen Tradition.Danach wird mit der Osterkerze unter dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi“ in die dunkle Kirche eingezogen und allen Gläubigen wird das Licht der Osterkerze gereicht. Danach wird das Exulte, das Osterlob gesungen. Es folgen die alttestamentlichen Lesungen mit Antwortpsalm und Oration. Im Anschluss daran wird das Gloria gesungen, alle Glocken läuten, die Orgel erklingt und die Altarkerzen werden wieder angezündet. Es folgt das Tagesgebet, die Lesung der Epistel und zum ersten Mal seit dem Aschermittwoch erklingt das Halleluja. Im Anschluss wird das Evangelium gelesen und es folgt das Homilie (eine spezielle Predigt).

Danach wird die Allerheiligenlitanei für die Täuflinge gebetet, es findet eine Taufwasserweihe und gegebenenfalls die Taufen und Firmungen statt. Es folgt eine allgemeine Erneuerung des Taufversprechens, das Besprengen der Gläubigen mit dem Taufwasser und die Fürbitten. Dann finden die Eucharistiefeier und der Segen statt. Oft werden die mitgebrachten Speisen gesegnet.

Während die in der Osternacht gelesenen Schrifttexte das Osterereignis als Erfüllung des Alten Bundes darstellen und die Auferstehung Jesu Christi im Evangelium erst angedeutet wird weisen die Schrifttexte des Ostertages bereits über diesen hinweg auf die Bedeutung des Osterfestes für die Kirche hin. In den fünfzig Tagen der Osterzeit vom Ostersonntag bis Pfingsten werden nach der Leseordnung der römisch-katholischen Kirche keine Lesungen aus dem Alten Testament vorgetragen, sondern Lesungen aus den Paulusbriefen und der Apostelgeschichte. Als Evangelium am Ostersonntag wird Joh 20,1–18 (Entdeckung des leeren Grabes, Maria von Magdalenas Begegnung mit dem Auferstandenen) gelesen.

Der Artikel wurde am 20.04.2019 zum ersten Mal veröffentlicht.

Die Autorin
Stefanie Schmid
Radio-Redaktion
s.schmid@st-michaelsbund.de

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