Berichterstattung für missio

Katholisches Hilfswerk: "Friedensreporter" weltweit unterwegs

Burundi, Philippinen, Ruanda. Die Reporter des katholischen Hilfswerks missio München kennen diese Länder wie ihre Westentasche. Denn sie berichten immer genau aus den Ländern, in denen sich die missio-Partner für die Bevölkerung einsetzen.

Barbara Brustlein und Christian Selbherr 2021 am Flughafen von Dakar, Senegal © missio München

München – Eine Lieblingsregion hat sie nicht, lacht Barbara Brustlein. Die Leiterin der Abteilung Kommunikation und Presse bei missio München freut sich, wenn sie wieder losgeschickt wird: neue Länder zu erkunden, neue Projekte in der Zeitschrift des Hilfswerks, im „missio magazin“, vorzustellen. Um dann vor Ort festzustellen – da bewegt sich was: „Da, wo nichts stand, steht jetzt auf einmal eine Schule! Und es ist erfüllend, wenn man helfen kann, auf Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen.“ Da ist sich die Journalistin mit ihrem Kollegen Christian Selbherr einig: auch er will die Geschichten erzählen, die es wert sind, erzählt zu werden.

Im „missio magazin“ berichtet er von den vielen Projekten, die missio München weltweit unterstützt. Damit erfahren Spender und Unterstützer, was mit ihren Geldern passiert und missio kann noch einmal explizit darauf aufmerksam machen, wo es weiterhin Notlagen gibt, wo Hilfe nötig ist. Für Reporter und Leser das Spannende: zu erfahren, wie es Menschen am anderen Ende der Welt im oft sehr beschwerlichen Alltag geht. Entscheidend für die spannenden Begegnungen vor Ort: Die Projektpartner. Sie hätten auch die wichtige Funktion, den Journalisten Gesprächspartner zu vermitteln, die sie sonst nicht treffen würden und ihnen Orte zu zeigen, an die sie allein nicht kommen würden, erklärt Barbara Brustlein.

Anstrengend, gefährlich, wunderschön

Diese Reisen in Wüstengebiete, in subtropische Gegenden sind nicht nur körperlich anstrengend. Sie fordern die Redakteure von missio oft auch seelisch bis an die Grenzen. Barbara Brustlein muss über ein Beispiel nicht lange nachdenken. Vor Jahren reiste sie nach Burundi, als der Konflikt zwischen den Volksstämmen der Hutu und Tutsi noch in vollem Gange war. Dort begleitete die Journalistin einen Priester, der Hutu war und eine Ordensfrau, eine Tutsi. Beide setzten sich für Versöhnung ein. Aber Barbara Brustlein merkte den Unterschied zwischen gutem Willen und der Wirklichkeit, als sie an den Ort eines Gemetzels kam, das einige Tage zuvor stattgefunden hatte.

Und doch, sagt sie, gibt es auch die schöne Momente auf solchen Reisen: wenn man im Gespräch mit Projektpartnern Verständnis und so etwas wie Freundschaft herstellt, gemeinsam lacht. Dieses „Kontinente-Verbindende“ sagt Brustlein, ist wunderschön. Auf die Frage, ob sie denn eher eine „Friedensreporterin“ als eine „Kriegsreporterin“ seien, nicken die Journalistin und ihre Kollege Selbherr. Sie seien immer auf der Suche nach Menschen, die versuchen würden, zum Frieden beizutragen oder für den Dialog stünden. Und Christian Selbherr ergänzt: Sie würden hinschauen, was nach dem Ende von Konflikten in den Regionen der Welt passiere, wie Konfliktpartner einen Weg zur Versöhnung finden würden, wie sie es schaffen würden, gemeinsam in die Zukunft zu blicken.

Das Leben auf die eigenen Füße stellen

Diese geballten Informationen aus erster Hand, flankiert von hochwertigen Fotos, bietet das „missio magazin“ seinen Lesern sechsmal im Jahr. Seit einiger Zeit gibt es auch den Podcast „Reisewarnung“, produziert vom Medienhaus Sankt Michaelsbund. Denn für die Gegenden, in die Brustlein, Selbherr und ihre Kollegen reisen, gilt oft eine Reisewarnung, meist aus politischen, sicherheitstechnischen Gründen. Kein Wunder, dass die Touren zu den Projektpartnern und Hilfebedürftigen auch die Reporter selbst prägen. Christian Selbherr kann sich gut an die Zeit erinnern, als er vor gut zehn Jahren die ersten Recherchereisen machte. Er bewunderte damals die Menschen in seinem Alter, die sehr viel schlechtere Startbedingungen gehabt hatten und trotzdem ihren Lebensweg fanden. „Ich denke zum Beispiel an die jungen Menschen in den Townships von Kapstadt, die ihr Leben auf die eigenen Füße gestellt haben.“

Geschichten über solche Menschen, die ihr Leben in die Hand nehmen, finden die missio-Reporter weltweit, Geschichten über Hoffnung und Frieden. Und die Journalisten tun etwas, was niemand sonst dort tut: Sie hören den Menschen zu.

Der Autor
Willi Witte
Radio-Redaktion
w.witte@st-michaelsbund.de