Grundsatztexte des Synodale Wegs

Erleichterung über breite Unterstützung der Bischöfe

Die deutschen Bischöfe wollen Veränderungen und haben das bei den Abstimmungen auf dem Synodalen Weg gezeigt. Der Münchner Diözesanratsvorsitzender Hans Tremmel und Schwester Maria Stadler von der Deutschen Ordensoberenkonferenz sind froh darüber.

Zum dritten Mal tagt die Synodaleversammlung des Reformprozesses "Synodaler Weg": Heuer wurden die ersten Texte verabschiedet. © Synodaler Weg/Max von Lachner

Frankfurt – Das theologische Grundsatzpapier des Synodalen Wegs hat breite Zustimmung erfahren. Es trägt den Titel „Auf dem Weg der Umkehr und der Erneuerung" und gilt als entscheidend für die Veränderungen, die die Versammlung auf den Weg bringen will. Der Text stellt neben den wichtigsten Quellen des Glaubens, die Heilige Schrift, die Tradition mit den Konzilen, das Lehramt und die theologische Wissenschaft, die sogenannten „Zeichen der Zeit und den Glaubenssinn des Volkes Gottes“ an die Seite. Können weite Teile der Katholiken Lehrmeinungen nicht mehr nachvollziehen, liegen neue gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungen vor, dann muss die kirchliche Lehre dies einbeziehen und die Gläubigen dabei einbinden.

Kirche in Zukunft führen

Der Grundlagentext war mit den erforderlichen Zweidrittelmehrheiten der Synoalversammlung und der Bischöfe angenommen worden. Es sei eine „mühsame und zähe Debatte“ gewesen, sagte der Synodale Prof. Hans Tremmel gegenüber mk online. Der Vorsitzende des Diözesanrates erlebte das Ergebnis der Abstimmung „froh und dankbar“. Die Übereinstimmung bei diesem Text „ist doch ein deutliches Zeichen, dass die Bereitschaft in Deutschland von Laien und Klerikern riesengroß ist, die Kirche endlich in die Zukunft führen“, so Tremmel. Es sei für ihn bereits bei der ersten Synodalversammlung ein Aha-Erlebnis gewesen, „dass die überwältigende Mehrheit der Bischöfe wirklich Veränderungen haben möchte“. Die Abstimmung über den grundlegenden Orientierungstext „ist eine eindrücklich Bestätigung dessen, was ich in der Vollversammlung festgestellt habe“.

"Bischöfe wollen synodale Kirche"

Ebenso zeigte sich die Münchner Ordensschwester Maria Stadler „froh und erleichtert“ über die ersten Abstimmungen. Die Delegierte der Deutschen Ordensoberenkonferenz ist Mitglied der Arbeitsgruppe über Machtfragen in der Kirche. Auch der dafür erstellte Grundlagentext erhielt die erforderlichen Zweidrittelmehrheiten. „Das Abstimmungsergebnis heißt für mich ganz deutlich, die große Mehrheit der Bischöfe will eine synodale Kirche.“ Stadler hofft nun, „dass die Bischöfe mit konkreten Schritten nicht eineinhalb Jahre warten, bis die Synodalversammlung beendet ist“. So schlägt die Vollversammlung unter anderem Rechenschaftsberichte vor, in denen Pfarr- oder Bistumsgremien Kleriker auch zum Rücktritt auffordern können.   

Veränderte Strukturen vertiefen Glauben

Stadler rechnet dass „bis zu vier bis fünf Bischöfe“, die Vorschläge des Synodalen Weges nicht annehmen: „Aber ein Großteil wird diese Texte umsetzen, die Handlungsvorschläge durchführen und Erfahrungen sammeln.“ Und die anderen Bischöfe würden dann merken, „so furchtbar ist das ja gar nicht, es tut dem kirchlichen Leben sogar gut“. Stadler zeigte sich zudem davon überzeugt, dass veränderte Strukturen den Glauben vertiefen: „Die  Zeichen der Zeit zu erkennen, das ist Teil des Glaubens und des Credos.“  Wenn die Kirche Strukturen schafft, „in denen es menschlicher zugeht oder wir die Menschen im Blick haben, dann leben wir doch das Evangelium“.  

Der Autor
Alois Bierl
Chefreporter Sankt Michaelsbund
a.bierl@st-michaelsbund.de