Frühjahrstreffen der Bischöfe

Kardinal Marx verurteilt Extremismus

Seit Montag tagen in Mainz die deutschen Bischöfe. Kardinal Marx hat bei seiner letzten Pressekonferenz als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ein Resumee seiner Amtszeit gezogen und ist auch auf tagespolitische Ereignisse eingegangen.

Kardinal Marx bei seiner letzen Pressekonferenz als DBK-Vorsitzender flankiert von Pater Hans Langendörfer (li.) und DBK-Sprecher Matthias Kopp © SMB/Hasel

Mainz - Es ist seine letzte Pressekonferenz als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Doch nicht darüber spricht Kardinal Reinhard Marx in Mainz vor Beginn der Vollversammlung der deutschen Bischöfe zuerst. Der Erzbischof von München und Freising erinnert an die jüngsten Anschläge von Hanau und Volkmarsen. Es „beunruhigt mich sehr“, dass derartige Gewalttaten und „schreckliche Anschläge“ von Rechtsaußen „im Zeichen von völkischem Hass“ verübt werden. Mit scharfen Worten verurteilt Kardinal Marx rechte Gewalt und Extremismus. Persönlich „besonders berührt“ hätten den 66-Jährigen die Anschläge in Volkmarsen. „Volkmarsen war in der Nachbarschaft, wo ich als Kaplan gearbeitet habe“, erinnert sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Natürlich beunruhige ihn dies auf besondere Weise. Er fügt mit seiner kraftvollen Stimme hinzu: „Als Kirche wollen wir aufstehen gegen jede Rede von Hass.“

Und ein zweiter Punkt treibt den Münchner Erzbischof um: die aktuelle Lage in Syrien. Er spricht dabei sowohl die Lage von Flüchtlingen in der Türkei an, als auch „die äußerst bedrängende Situation vor allem für die Zivilbevölkerung im umkämpften Idlib“. Er wolle sich nicht politisch einmischen, sagt der Kardinal, aber „dass wir uns da raushalten können und sagen ‚das geht uns nichts an‘ halte ich für nicht machbar und nicht akzeptabel“. Um schnell hinzuzufügen: „Europa muss eine Antwort finden.“ Insgesamt sei es eine „sehr, sehr herausfordernde Situation“. Diese bedrückende Lage wollen die deutschen Bischöfe und Weihbischöfe bei ihrer Vollversammlung am Dienstag in Mainz mit dem Papstbotschafter in Syrien, Kardinal Mario Zenari, diskutieren.

Vieles geschafft, aber auch noch Baustellen

Dann blickt Kardinal Marx auf seine sechsjährige Amtszeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz zurück. „Es waren sechs spannende und anstrengende Jahre. Ich scheue nicht die Verantwortung. Ich unterstütze gerne und helfe, wo es gewünscht ist.“ Vor gut zwei Wochen hatte der Kardinal angekündigt, aus Altersgründen nicht mehr für eine zweite Amtsperiode zur Verfügung zu stehen. Denn die spannende Zeit sei noch lange nicht vorbei. Die katholische Kirche und das Christentum befänden sich im säkularen Zeitalter in einer Umbruchsituation. Es sei eine Zeit, in der „sich manches zuspitzt“ und sich manches entscheide, erklärt der Kardinal. Er habe einiges erreichen können, der Start des Synodalen Weges beispielsweise sei sehr gut gewesen. Nichtsdestotrotz gebe es noch „genügend offene Baustellen“. Sitzungskultur und Struktur der DBK nennt er dabei. Es sei schon einiges verbessert worden, aber „wir müssen schneller und klarer entscheiden“, mahnt der scheidende Vorsitzende. Die Struktur solle helfen, dass die Bischöfe schneller und besser zu Entscheidungen kommen könnten.

Im Mai erscheint sein neues Buch

Zum Schluss blickt er noch kurz in seine persönliche Zukunft. Er gehe nicht in Ruhestand, habe ja noch andere Ämter und noch einiges zu tun. In seinem Bistum habe er einige Prioritäten erarbeitet. Und dann verrät er noch, dass im Mai ein neues Buch von ihm herauskommt, ein Buch über die Freiheit, das „ihm sehr am Herzen liege“.

Ein Vorsitzender tritt ab, der mit sich im Reinen ist. Er will einem jüngeren Platz machen, hatte Kardinal Marx vor gut zwei Wochen seine Entscheidung begründet, nicht mehr zur Wahl anzutreten. Am Dienstag wählen 69 Bischöfe und Weihbischöfe einen neuen Vorsitzenden.


Kardinal Marx über seinen Rückzug als DBK-Vorsitzender

Die Autorin
Susanne Hornberger
Münchner Kirchenzeitung
s.hornberger@st-michaelsbund.de