Braukultur in Grafing

Historischer Beleg für drittälteste bayerische Brauerei entdeckt

In der Urkundensammlung des Klosters Ebersberg fand sich der Beweis, dass in Grafing nahe von München schon im Jahre 1060 Bier gebraut wurde. Laut Urkunde diente es als Zahlungsmittel.

Nun ist urkundlich belegt, dass in Grafing schon 1060 Bier gebraut wurde.

Grafing – In Grafing östlich von München wurde schon um das Jahr 1060 Bier gebraut, fast 500 Jahre früher als bisher angenommen. Das hat der Leiter des dortigen Stadtarchivs, Bernhard Schäfer, herausgefunden. Damit handelt es sich um die drittälteste lokale Brautradition in Bayern. Nur für Weihenstephan (1040) und Weltenburg (1050) gibt es noch ältere Belege. Bisher wurde die erste Braustätte in Grafing mit dem urkundlichen Nachweis eines Wirtshauses auf das Jahr 1536 datiert.

Urkunde aus dem Klosters Ebersberg

Laut Mitteilung der Brauerei "Wildbräu" in Grafing entdeckte Schäfer im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München eine Textstelle in einer lateinischen Urkundensammlung des Klosters Ebersberg, das seit dem Jahr 1045 Besitzer des Landguts Grafing war. Demnach übereignete 1060 ein Priester namens Konrad der Benediktinerabtei Ebersberg ein Anwesen. Zum Ausgleich erhielt er jährliche Naturalzuwendungen aus dem Landgut Grafing, darunter auch "cervesia plena", womit Vollbier gemeint ist. Dies mache eine Neudatierung der Grafinger Brautradition zwingend, meint der Historiker. (kna)