Medienpolitik

Hilfe für Lokalfunk gefordert

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien bittet den Ministerpräsidenten um Unterstützung für Lokalsender. Zu ihnen zählt auch das Münchner Kirchenradio.

Siegfried Schneider bat um Soforthilfe für den lokalen Rundfunk im Freistaat.

München – Siegfried Schneider, der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), bittet den bayerischen Ministerpräsidenten um Soforthilfe für den privaten lokalen Rundfunk. Der BLM-Präsident hat sich in einem Schreiben persönlich an Markus Söder gewandt und vorgeschlagen, mit allen Beteiligten ein Gesamtpaket für die Branche zu schnüren. Infolge der Corona-Krise komme es zu erschwerten Arbeitsbedingungen und einen erheblichen Ausfall bei den Werbeeinnahmen. Schneider bat um Soforthilfe für den lokalen Rundfunk im Freistaat.

Die Radio-Anbieter könnten laut Schneider vom Freistaat zunächst durch die Unterstützung der Weiterverbreitung vor allem über UKW und DAB+ entlastet werden. Unter besonderem Druck stehe auch das lokale Fernsehen. Das im Bayerischen Mediengesetz verankerte Fördermodell biete den Anbietern nicht die Möglichkeit Gewinne zu erzielen und Rücklagen zu bilden.

Es seien weitere Soforthilfemaßnahmen des Freistaats nötig, um die Handlungsfähigkeit der lokalen Redaktionen in Bayern aufrecht zu erhalten.  Auch die BLM selbst wolle alle möglichen Anstrengungen unternehmen, um den Anbietern finanziell beizustehen. Darüber hinaus sagte Schneider schnelle und unbürokratische Genehmigungsverfahren zu, falls Sender Kooperationen oder einen Programmaustausch vereinbaren wollen.

„Nicht nur die öffentlich-rechtlichen Medien und die Presse haben Systemrelevanz“, unterstrich Schneider in seinem Schreiben an den Ministerpräsidenten. In der Corona-Krise würden sie nicht allein einen wichtigen Beitrag zum Nachrichten- und Informationsangebot sowie zum Risiko- und Krisenmanagement leisten, sondern auch im kulturellen Bereich wirken. Zudem würden sie ihre Hörer auch emotional unterstützen: „Die lokalen Sender erzeugen Nähe, geben Heimat und sind in dieser schweren Zeit wichtige Ankerpunkte.“

Der geschäftsführende Chefredakteur der Redaktionen des Sankt Michaelsbundes, Elmar Pabst, der auch für das Münchner Kirchenradio verantwortlich ist, dankte dem BLM-Präsidenten für seine Initiative. Zwar sei das werbefreie Programm durch kirchliche Mittel bisher abgesichert, „es ist aber eine große Erleichterung auch auf die vielfältige Unterstützung durch die BLM bauen zu können, denn natürlich entstehen auch uns durch den Ausnahmezustand zusätzliche Lasten.“ Selbstverständlich sei das Münchner Kirchenradio auch für Kooperationen mit anderen Lokalsendern offen: „In dieser schwierigen Zeit müssen kirchliche und säkulare Anbieter zusammenstehen.“ Das Münchner Kirchenradio ist über DAB+ im Großraum München und unbegrenzt als Webradio zu empfangen. (pm/alb)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie