125 Jahre Pfarr- und Kapuzinerkirche St. Anton

Feier in der Isarvorstadt

Viel Prominenz aus Kirche und Politik waren vor Ort, als die Münchner Antoniuskirche am 10. März 1895 geweiht wurde. 125 Jahre später wird zum Jubliäumsgottesdienst geladen.

Eindrucksvoller Bau: Die Münchner Antoniuskirche © SMB/Ertl

München – „Am 10. März 1895 begann morgens um 7 Uhr der Akt der Konsekration. Nach dem erhebenden Ritus der katholischen Kirche wurde von Erzbischof Antonius von Thoma die neue Kirche dem heiligen Antonius von Padua und dem heiligen Laurentius von Brindisi geweiht“, heißt es in der Chronik über den Weihetag der Münchner Antoniuskirche vor genau 125 Jahren. Mehr als 4.000 Menschen, darunter viel Prominenz aus Kirche und Politik, waren seinerzeit gekommen, um den großen Tag mitzuerleben.

Blickfang des Stadtviertels

Die Antoniuskirche an der vielbefahrenen Kapuzinerstraße 36 vis à vis des Eingangs zum Alten Südfriedhof ist bis heute der Blickfang des Stadtviertels. Das einstige Arbeiterquartier zwischen Schlachthof und Isar hat sich zu einem quirligen und beliebten In-Viertel entwickelt.

Der mächtige Hallenbau der Antoniuskirche wurde innerhalb von nur zwei Jahren im neuromanischen Stil errichtet, die Grundsteinlegung fand am 11. Juni 1893 statt. Die Ordensregel der Kapuziner erlaubte keinen großen Turm, sondern nur einen kleinen Dachreiter mit Glocke und Wetterhahn. Der Neubau war notwendig geworden, weil die 1705 geweihte Schmerzhafte Kapelle an der Isartalstraße, an den sich seit 1846/47 das Kapuzinerkloster anschloss, als alleiniges Gotteshaus für die wachsende Bevölkerung nicht mehr ausreichte.  Die Spendenbereitschaft der Menschen und der Sammeleifer der Kapuziner für das Projekt waren außergewöhnlich. Die Baukosten beliefen sich seinerzeit auf rund 556.000 Mark.

Dreiernutzung der historischen Räume

1936 wurde St. Anton zur eigenständigen Pfarrei erhoben, den Kapuzinern die Pfarrseelsorge übertragen. Das alte Kloster wurde im Lauf der Jahrzehnte zu groß und zwischen 2006 und 2008 umfassend umgebaut. Heute gibt es in den historischen Räumen eine Dreiernutzung für die Ordensmänner, die Gemeinde und dem Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp), der Journalistenschule der katholischen Kirche in Deutschland.

Seit 2011 bildet St. Anton zusammen mit der Nachbarpfarrei St. Andreas den Pfarrverband (PV) „Isarvorstadt“. Die Deutsche Kapuzinerprovinz hat hier ihr Provinzialat, den Sitz ihrer Leitung. Bis heute stellen die Ordensmänner das Gros der Seelsorger. In den vergangenen Jahren waren es vor allem junge und hochmotivierte Kräfte, was dem PV eine Blüte bescherte. Nach dem Abschied des weit über die PV-Grenzen hinaus bekannten Pfarrers Pater Stefan Maria Huppertz (42) im vergangenen Oktober, wird mit Pater Bernd Kober (47) am Weißen Sonntag, 19. April, sein Nachfolger eingeführt.
In Lauf der vergangenen 125 Jahre erfuhr die Antoniuskirche mehrere Renovierungen und Veränderungen. Und auch in den nächsten Jahren steht erneut eine Renovierung – innen wie außen – an.

Der Jubiläumsgottesdienst wird am Sonntag, 8. März, um 10 Uhr gefeiert. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Münchner Domchor unter Leitung von Domkapellmeisterin Lucia Hilz.

Der Autor
Florian Ertl
Münchner Kirchenzeitung
f.ertl@st-michaelsbund.de