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Geben und nehmen

Mein Engel, meine Freundin Monika, ist schon seit 40 Jahren an meiner Seite und immer war sie für mich da. Mit ihr ist es ein Geben und Nehmen, ich habe vollstes Vertrauen zu ihr, mit ihr kann ich über alles sprechen. Kummer und Leid haben wir miteinander geteilt, Freude und Glück.

Doch vor allem 2009, als ich eine schwere Bandscheiben-Operation hatte und gegen meine Lähmung ankämpfen musste, stand sie mir bei – wahrlich wie ein Engel. Sie war für mich Ansprechpartnerin, hat mich aufgebaut. Und wenn ich sie bat, mir etwas in die Klinik oder die Reha mitzubringen, konnte ich immer darauf vertrauen, dass es genau das Richtige war. Auch danach nahm sie oft den weiten Weg von Mammendorf zu mir nach Freimann auf sich, um mich zu besuchen.

Besondere Verbindung

Natürlich ist mir meine Familie auch eine große Stütze – allen voran meine Geschwister und meine Schwägerin. Doch mit Monika ist es einfach etwas Besonderes, darauf ist meine Familie vielleicht auch ein ganz klein wenig eifersüchtig. Aber alle mochten und mögen Monika. Sogar mein Vater, der uns mit 92 Jahren verlassen hat, schätzte sie immer sehr.

Kennengelernt haben wir uns als junge Frauen in der Arbeit. Beide waren wir im Verkauf im Einzelhandel tätig. Nun werde ich 80, Monika ist 83 Jahre alt. Aber noch heute telefonieren wir täglich miteinander, wünschen uns jeden Tag aufs Neue einen guten Morgen.

Wie Zwillinge

Auch ich habe mich um Monika gekümmert, etwa damals, als sie viel zu früh Witwe wurde. Heute habe ich oft ein schlechtes Gewissen, weil ich wegen meiner körperlichen Einschränkungen nicht mehr so für sie da sein kann.

Doch wann immer es möglich ist, treffen wir uns noch heute in der Stadt oder besuchen uns, machen uns mit einem gemeinsamen Essen oder einem Blumenstrauß eine Freude. Deshalb ist es mir ein Bedürfnis, in der Münchner Kirchenzeitung, die ich schon als Jugendliche verteilt habe, von Monika zu erzählen. Denn unsere Verbindung und Freundschaft ist so stark, dass uns oft sogar Menschen angesprochen haben, ob wir Schwestern seien oder gar Zwillinge, mein Engel Monika und ich. (Agnes, 79, aus München/Protokoll: Karin Basso-Ricci)