Christkönig bis 1. Advent

Zwischen den Kirchenjahren

Bald ist Advent und das heißt in der Kirche auch, dass ein neues Kirchenjahr beginnt. Das alte endet aber schon eine Woche früher. Was ist mit der Zeit dazwischen?

Mit dem neuen Kirchenjahr wechselt auch das Lesejahr. © bettysphotos - stock.adobe.com

Die „Zeit zwischen den Jahren“ nennen wir ganz gerne die Tage zischen den Weihnachtsfeiertagen und Silvester – aber natürlich gibt es eigentlich keine Zeit, die dazwischen liegt. Wie ist es aber beim Kirchenjahr? Da ist der Kalender ein ganz Anderer. Es endet offiziell mit dem Christkönigssonntag und das neue Kirchenjahr beginnt mit dem ersten Advent. Ein „zwischen den Jahren“ gibt es aber auch hier nicht. "Die Woche beginnt mit dem Sonntag, und die Tage darauf gehören zu diesem Sonntag. So gibt es auch für die Werktage nach dem Christkönigssonntag Texte, die in den Gottesdiensten gelesen werden. Hier entsteht kein Vakuum, bevor es am ersten Advent mit dem neuen Kirchenjahr weitergeht", erklärt Ralph Regensburger, Pfarrvikar in München-Laim.

Wie man das aktuelle Lesejahr berechnet

Wenn dieses am 1. Advent feierlich beginnt, startet die Kirche in ein neues Lesejahr. Das kommende wird das A-Jahr sein, das heißt, es wird das Matthäus-Evangelium gelesen werden. Jeder regelmäßige Kirchgänger weiß natürlich, welches Jahr gerade ist, aber wenn man es mal nachrechnen möchte, hilft die Mathematik: Die Jahre, deren Quersummer durch 3 teilbar sind, sind die C-Jahre, also die Lukas Jahre. Sprich: 2022 ergibt die Quersummer 6 (2+0+2+2) und die 6 ist durch drei Teilbar, also war 2022 das Lukasjahr und auf das folgt eben jetzt das Matthäusjahr.

So hören wir alle Evangelien abwechselnd und es wird nie langweilig. Übrigens ein Lieblings-Lese-Jahr hat auch Ralph Regensburger nicht: „Es kommt auf meine Verfassung an, was ich gerne lese und worüber ich gerne predige. Manchmal fällt mir das Markus-Jahr nicht ganz so leicht, weil der durch viele Johannes-Texte aufgefüllt sind und die sind sehr philosophisch und in einer Predigt für alle nicht immer leicht zu deuten. Aber ein Lieblingsjahr habe ich auf keinen Fall.“

Die Autorin
Stefanie Schmid
Radio-Redaktion
s.schmid@st-michaelsbund.de