Berlin-Erzählung

Wünsche erkennen

Ein Erzähler streift durch Berlin, er hat keine Termine, keine to-do Liste, keinen Plan, dafür den Kopf frei für Beobachtungen.

© Fotolia

Leander Steinkopf hat diese Beobachtungen festgehalten in seiner Erzählung „Stadt der Feen und Wünsche“. Der Titel bezieht sich auf ein Zitat von Walter Benjamin. Der Philosoph und Kulturkritiker schrieb, nur die wenigsten würden sich an den Wunsch erinnern, um dessen Erfüllung sie eine Fee gebeten hätten und dessen Erfüllung auch nicht erkennen.
Man lässt sich mit dem Erzähler angenehm durch Berlin trieben, kann den Puls der Stadt fühlen und der ist entspannt, kommt erst nachts auf Touren, nicht morgens, wenn die Menschen zur Arbeit gehen. „Dadurch, dass dort nicht viel Arbeit ist, ist die Grundstimmung anders. Das macht Berlin irgendwie aus, dass die Leute viel mehr Zeit haben“, sagt der junge Autor, freier Journalist und Essayist. Aber wie einen Lebensplan entwickeln, ein Ziel finden, wenn Arbeit zweitrangig ist?
„Man kann man ja heute ganz großartig scheitern, weil die Ansprüche so groß gewachsen sind. Es gibt so viele Ansprüche, die man an sich heranlassen kann, dass man auf jeden Fall sie nicht alle erfüllen kann. Also es liegt sehr nahe zu scheitern“, sagt der Autor. Scheitern und entspannt bleiben, sehen was das Leben bringt, das demonstriert der Protagonist der Erzählung.

Buchtipps

Leander Steinkopf: Stadt der Feen und Wünsche, Hanser Berlin, 112 S.

16 € inkl. MwSt.

Hier bestellen

Simon Strauß: Sieben NÄchte, Blumenbar, 144 S.

16 € inkl. MwSt.

Hier bestellen

Audio

Leander Steinkopf über die "Stadt der Feen und Wünsche"

Audio

Kontrovers diskutiert: "Sieben Nächte"