Zeno-Messe im Münchner Kirchenradio

Wie Isen seinen Kirchenpatron feiert

Einmal im Monat sendet das Münchner Kirchenradio einen Gottesdienst aus einer Pfarrei im Erzbistum. Am vergangenen Sonntag wurde live aus St. Zeno in Isen übertragen. Wie das "Patrozinium on air" dort abgelaufen ist, lesen Sie hier.

Einzug beim Festgottesdienst in Isen (Bild: Moser/Sankt Michaelsbund)

Isen - Es ist halbacht am Sonntagmorgen, als die Mitarbeiter des Münchner Kirchenradios die Pfarrkirche St. Zeno in Isen (Landkreis Erding) betreten. Noch scheint das kleine Städtchen im Isental zu schlafen, auch im Gotteshaus ist alles ruhig. Nur an ein paar kleinen Details kann man erraten, dass hier in gut einer Stunde das Patrozinium des Hl. Zeno gefeiert und im Münchner Kirchenradio live übertragen wird. Die Metall-Büste des Pfarrpatrons mit den Reliquien steht bereits auf dem Volksaltar, die Statue des Heiligen am Seiteneingang der Kirche ist mit Blumen und Kerzen geschmückt und auf der Orgelempore steht der Kirchenchor, der das Zeno-Lied noch einmal übt.

Keine Spur von Nervosität

Mit der Ruhe ist es dann aber schnell vorbei. Als die Kirchenglocken zum Gottesdienst rufen, stehen 19 Ministrantinnen und Ministranten in der Sakristei bereit. Den zahlreichen Minis schließen sich vor dem Hauptportal der Kirche noch sechs Bannerabordnungen der kirchlichen Vereine an. Zusammen mit Pfarrer Josef Kriechbaumer ziehen sie pünktlich um 8.45 Uhr feierlich in die mittlerweile vollbesetzte Pfarrkirche ein. Dass an diesem 10. April nicht nur die Gläubigen aus Isen, sondern über das Münchner Kirchenradio viele Katholiken aus dem Erzbistum das Patrozinium mitverfolgen, hat Pfarrer Kriechbaumer nicht nervös werden lassen. Als es losgegangen ist, sei die Aufregung schnell verflogen gewesen, erzählt der Priester nach der Messe.

Hl. Zeno aktueller denn je

In seiner Predigt hat Kriechbaumer die Wohltätigkeit des heiligen Bischofs in den Vordergrund gestellt. Unter Zeno habe es während seiner Amtszeit in Verona so gut wie keine Armut in der Bevölkerung gegeben. Er sei ein Heiliger, der gerade in schweren Zeiten angerufen werden kann. Und sei damit mit Blick auf die Flüchtlingskrise unserer Tage aktueller denn je, erklärt Kriechbaumer im Münchner Kirchenradio. Seinen Schutz haben die Gläubigen dann zum Schluss der Messe im Zeno-Lied erbeten. Das wird nur zwei Mal im Kirchenjahr gesungen, wie die Isener nach der Messe erzählt haben. Dafür aber mit umso mehr Inbrunst, was in der Live-Übertragung des Münchner Kirchenradios auch deutlich zu hören war. (ph)