Schlussziehung des Sommerrätsels

Vom Krankenbett nach Lourdes

Marianne Petz aus Kreuth ist die Hauptgewinnerin des diesjährigen Sommerrätsels der Münchner Kirchenzeitung. Weihbischof Bernhard Haßlberger zog ihre Karte aus den 3.443 richtigen Einsendungen.

Aus 3.443 richtigen Einsendungen zog Weihbischof Haßlberger die Hauptgewinnerin des diesjährigen Sommerrätsels

München – Das Bergsteigen liege ihm gleichsam im Blut, sagt Weihbischof Bernhard Haßlberger. Schließlich sei er es „von Kindesbeinen an gewohnt“. Daher war der gebürtige Ruhpoldinger die ideale Glücksfee für unser diesjähriges Sommerrätsel, bei dem Bergkirchen und -kapellen im Erzbistum gesucht waren. 3.443 richtige Einsendungen haben uns erreicht.

Mit dem in der vorletzten Folge gesuchten Taborkirchlein auf dem Hochfelln verbindet Weihbischof Haßlberger ganz besondere Kindheitserinnerungen. So sei es für seine Familie „obligatorisch“ gewesen, zum Fellnerfest zu gehen, das jedes Jahr Anfang August zum Patrozinium „Verklärung Christi“ auf dem 1.674 Meter hohen Grenzberg zwischen Ruhpolding und Bergen gefeiert wird. Vorneweg sei immer sein Vater marschiert, mit der Brotzeit im Rucksack, denn: „Oben was zu essen kaufen, konnte man sich nicht leisten.“

Bis heute schätzt der Weihbischof den Weitblick, der sich von Berggipfeln aus bietet, weil er dann „immer wieder spürt, wie schön unsere Heimat ist“. Außerdem sehe der Alltag von oben betrachtet „kleiner“ aus. Seit 30 Jahren geht der 71-Jährige deshalb gemeinsam mit seinem Cousin Bernhard Pointner in die Berge, heuer zum Beispiel auf den Zwiesel.

Gelegentlich feiert der Weihbischof auch Berggottesdienste. „Viele haben in der freien Natur, am Berg oben oder bei einem Almgottesdienst den Eindruck, man ist Gott ein bisschen näher“, erläutert der Geistliche die Faszination, die von Bergmessen ausgeht. Zudem sei die Gemeinschaft stärker spürbar als in einer Kirche, besonders, wenn die Gläubigen den Weg zum Berggottesdienst gemeinsam zurücklegten.

Die Berge haben Weihbischof Haßlberger nach Lourdes gebracht

Die Berge waren es auch, die Weihbischof Haßlberger zum ersten Mal in den südfranzösischen Marienwallfahrtsort Lourdes brachten. In den 1990er Jahren fuhr er mit seinem Cousin zum Bergsteigen in die Pyrenäen. „Wenn wir schon da sind, gehen wir auch wallfahren“, dachten sich die beiden, nahmen ein Pilgerflugzeug nach Lourdes und erlebten dort eine Lichterprozession mit, die sie ungemein beeindruckte. Besonders die vielen Menschen in Rollstühlen und Krankenbetten haben sich Weihbischof Haßlberger eingeprägt. „Wenn du das so siehst, darfst nur froh sein, wenn du gesund bist.“ Der Weihbischof hat deshalb großen Respekt vor allen, die ihr Leid im Glauben tragen.

Auch die Hauptgewinnerin unseres diesjährigen Sommerrätsels erreichte die freudige Nachricht im Krankenbett. Marianne Petz (87) aus Kreuth freute sich dennoch sehr, dass sie gemeinsam mit ihrer Schwester Gertraud und dem Bayerischen Pilgerbüro für vier Tage nach Lourdes fahren darf, schließlich habe sie noch nie etwas gewonnen, obwohl sie sich jedes Jahr am MK-Sommerrätsel beteilige. Weihbischof Haßlberger wünscht ihr auf ihrer Pilgerreise alles Gute.

Die Autorin
Karin Hammermaier
Münchner Kirchenzeitung
k.hammermaier@st-michaelsbund.de

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