Auf den Spuren ehemaliger Eremiten

Unterwegs am Schleißheimer Klausenweg

Neuen Kapellen mit neuen Klausen wollte der bayerische Herzog Wilhelm V. an seinem Alterssitz um sich haben. Viele sind heute nicht mehr erhalten aber der Schleißheimer Klausenweg erinnert an sie.

17 Kilometer lang ist der Schleißheimer Klausenweg.

Eine kleine Villa im Grünen, dazu ein eigener Meditations-Rundweg und rundherum neun spirituelle Orte. Eine weite, idyllische Landschaft mit Wiesen und Wäldern. Und viel freie Zeit, die man immer wieder nutzt, um traumwandlerisch und ins Gebet versunken umherzustreifen – es ist durchaus nicht die unangenehmste Vorstellung vom Altersruhestand, wie sie vom bayerischen Herzog Wilhelm V. (1548–1626) überliefert ist.

Der Wittelsbacher, auf den der Bau der Münchner Michaelskirche sowie des Hofbräuhauses zurückgeht, erwarb 1597 – im Jahr seiner Abdankung – eine Schwaige in Schleißheim nördlich von München. Indem er den Ort mit einem Herrenhaus zu seinem Ruhesitz ausbaute, legte er die Keimzelle der späteren gewaltigen Schlossanlage. Sein Sohn Maximilian errichtete ab 1617 an selber Stelle das Alte Schloss, woraufhin Kurfürst Max Emanuel ab 1684 Schloss Lustheim und ab 1701 das Neue Schloss bauen ließ.

Wilhelm baut Kapellen und Klausen

Doch zu Wilhelms Zeiten war an so viel Prunk noch nicht zu denken. „Der Fromme“ wurde er genannt; das Gebet war ihm ein Herzensanliegen. Drei Kapellen existierten bereits in der Nähe seines Herrenhauses, sechs weitere ließ er errichten, und alle neun stattete er jeweils mit einer Klause aus, in der ein „Klausner“, ein Einsiedler also, lebte.