Freiwilligendienste

Unfassbar viel Lebensfreude

Tamara Thiel möchte Erzieherin werden. Im Freiwilligendienst bei den Maltesern kann sie diesen Wunsch in der Realität überprüfen. Und lernt dabei mehr, als sie gedacht hätte.

Tamara Thiel (re.) auf Menü-Service Tour in Erding

Erding - Routiniert bedient Tamara Thiel den großen Backofen. Zwölf Fertiggerichte muss sie bei 180 Grad Celsius erhitzen und anschließend in ein Seniorenheim in Erding bringen. Der Menü-Service gehört seit September vergangenen Jahres zum festen Aufgabenbereich der 19-jährigen, die bei den Maltesern in Erding ein freiwilliges soziales Jahr absolviert. Eine Bekannte, die bei den Maltesern arbeitet, habe sie darauf aufmerksam gemacht, dass die Malteser regelmäßig junge Leute suchen, die sich in den Freiwilligendiensten engagieren, erzählt Tamara, während sie mit Backhandschuhen die kochend heißen Senioren-Menüs vorsichtig in den Thermobehälter aus Styropor legt. Für die Realschülerin kam der Tipp zur rechten Zeit. Beruflich wollte die junge Frau schon immer etwas mit Kindern machen. Nach verschiedenen Praktika im Kita-Bereich war bei ihr der Entschluss gereift, Erzieherin zu werden, „weil mir das Mega Spaß macht“. Bis zum voraussichtlichen Ausbildungsbeginn im Herbst dieses Jahres musste sie allerdings noch Zeit überbrücken. Die Lücke habe sie schließlich mit dem freiwilligen sozialen Jahr bei den Maltesern geschlossen.

Gute Nerven am Steuer

Sie habe die Aussicht gelockt, täglich mit Kindern zu tun zu haben. Natürlich liefere sie auch gerne Essen an Senioren aus. Am meisten aber freue sie sich, wenn sie beim Fahrdienst für Kinder mit Handicap zum Einsatz kommt. Die werden von ihr und weiteren Kollegen um 06.20 Uhr in der Früh mit dem Bus zuhause abgeholt und die die St. Nikolaus Schule in Erding gebracht. Kinder im Rollstuhl anschnallen sei dabei noch die geringste Herausforderung, erzählt Tamara. Denn Kinder mit Behinderung seien nicht automatisch braver als andere Kinder. Da würden auf der Fahrt schon mal die Schuhe ausgezogen und nach vorne geschmissen. Da brauche es gute Nerven, gerade wenn man bei der Schulbus-Tour selbst am Steuer sitzt.

Arbeitsklima stimmt

Mittlerweile hat Tamara die Kinder ins Herz geschlossen. Sie gebe viel, bekomme aber auch viel zurück. Besonders freue sie sich über die herzliche Begrüßung, aber auch über die Bilder, die die Kinder für sie malten. „Das gibt einem unfassbar viel Lebensfreude, wenn die Begegnung mit Kindern oder Senioren harmonisch verläuft“. Das gute Arbeitsklima habe ihre Erwartungen bei weitem übertroffen. Sie könne sich sogar vorstellen, ihren Freiwilligendienst zu verlängern, wenn es im Herbst mit der Ausbildungsstelle nicht klappt, erzählt Tamara. Sie wäre nicht die erste, die als Freiwillige gekommen ist, um ganz bei den Maltesern zu bleiben.

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de