Leserfahrt der Kirchenzeitung

Trübes Wetter und gute Laune

Wolken und regen - kein Grund für die Leser und Leserinnen der Münchner Kirchenzeitung eine Fahrt nach Neuburg an der Donau nicht zu genießen.

Wetterfest und fröhlich: die Teilnehmer der Leserfahrt.

Neuburg a.d. Donau/München - So sind sie, die Leserinnen und Leser der Münchner Kirchenzeitung: Zuverlässig, pünktlich und unverdrossen. Keiner fehlt zur angekündigten Abfahrtszeit und um Schlag 8.15 Uhr kann der Bus zur Leserfahrt nach Neuburg an der Donau starten. Und die 50 Teilnehmer lassen sich ihre gute Laune auch nicht durch das trübe Wetter verderben. Sie halten sich an das Karl-Valentin-Motto: „Ich freue mich wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“ Anna und Leonhard Klaß kommen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck und sind extra früh aufgestanden, um mitzufahren. Sie sind ganz andere Reisestrapazen gewohnt: Mit ihrer Pfarrei waren sie schon in Santiago de Compostela und in Jerusalem – per Rad in Einzeletappen. Da genießen es die langjährigen Abonnenten „heute einfach einmal entspannt im Bus zu sitzen“.

Leserfahrt als Geburtstagsgeschenk

Margaretha Berger hat sich dagegen den Ausflug „zum 85. Geburtstag selbst geschenkt“. Sie ist zum ersten Mal bei einer Leserreise dabei, „weil ich ehrenamtlich so viel zu tun und nie recht Zeit habe“. Als sie aber dieses Jahr die Ankündigung in der Kirchenzeitung las, war ihr klar, „dieses Mal muss ich mit, denn ich bin in Neuburg geboren“. Das hat sie mit Peter Holleis gemeinsam, der sogar Mitglied im Historischen Verein seiner Geburtsstadt ist und immer gerne hierherkommt. Bei dieser Leserreise gibt es sogar für ihn eine absolute Neuentdeckung: „Ich war noch nie in der Staatlichen Bibliothek.“ Der historische Bibliothekssaal ist nur mit Führungen zugänglich. Er ist im Obergeschoss eines ehemaligen Betsaales untergebracht und die Besucher aus München erinnern sich gleich an den Bürgersaal in der Fußgängerzone. Auch in Neuburg existierte eine vom Jesuitenorden gegründete Laiengemeinschaft. Der mit elegantem Rokokoschmuck ausgeschmückte Saal beherbergt auch die mit reichem Schnitzwerk versehenen Regale aus der ehemaligen Klosterbibliothek Kaisheim.

Eine besondere Gruppe

Die Teilnehmer der Leserfahrt kommen schnell ins fachsimpeln mit ihrer Stadtführerin Gabriella Lay über die Darstellungen auf den Deckenfresken. „Da merkt man schon, dass das heute eine besondere Gruppe ist“, sagt sie und bemerkt noch, dass sie sich deshalb auch extra vorbereitet hat. Besonders wichtig war es ihr, die nicht weit entfernte Schlosskapelle gründlich zu erklären. Der damalige Landesherrscher, Pfalzgraf Ottheinrich, hatte sich zur Reformation bekannt und sie errichten lassen. Es ist der weltweit älteste protestantische Kirchenbau! Dass der in Oberbayern zu finden ist, hat auch Michaela Mühlberger verblüfft. Sie hat sich extra einen Tag Urlaub für die Leserreise genommen. Seit fünf Jahren hat sie sich keine Fahrt mit der Kirchenzeitung entgehen lassen und „war noch nie enttäuscht“. Ziele, Mittagessen und Fahrt, „immer alles bestens organisiert und wir kommen immer zu Sehenswürdigkeiten, in die nicht jeder hineinkommt.“ Auch in Neuburg an der Donau hat es ihr „prima gefallen“ und bei der nächsten Leserfahrt will sie „auf jeden Fall“ wieder mit dabei sein.

Der Autor
Alois Bierl
Chefreporter Sankt Michaelsbund
a.bierl@st-michaelsbund.de