Kostenlose Essensausgabe in München

Tische des Miteinanders

Seit Mitte Dezember vergangenen Jahres werden in der „Antoniusküche“ in der Kirche St. Anton kostenlose Mahlzeiten verteilt. Die Kirche hat sich seitdem in einen Ort der Begegnung unterschiedlichster Menschen entwickelt. Jetzt wurde das Projekt bis Ende des Jahres verlängert.

Ab 11 Uhr öffnet von Montag bis Freitag die Essensausgabe der Antoniusküche in St. Anton.

München – Am Mittwochvormittag herrscht ein reges Treiben in der Pfarrkirche St. Anton in der Isarvorstadt. Einige Frauen schieben Tische und Stühle in den Eingangsbereich und ordnen sie zu kleinen Sitzgruppen. Auf der linken Seite brummen große Kühlschränke und die Stimmen verhallen im Kirchenraum. Milchtüten, Zuckerwürfel, Kaffee und Tee sind vorbereitet und hinter den schweren Metalltüren der Tiefkühler lagern noch hunderte, eingeschweißte Essensportionen. Zweihundert davon werden heute mit dem Einwegholzbesteck über die provisorische Theke gereicht werden. Anfangs waren es noch 40 Essen pro Tag, nun sind es 1.000 Mahlzeiten, die von Montag bis Freitag in der „Antoniusküche“ an Bedürftige verteilt werden.  

Raum in der Stadt 

Dass der Kirchenraum auch als Küche genutzt wird, ist auf den ersten Blick vielleicht gewöhnungsbedürftig, doch am Ende eine gut durchdachte Entscheidung. Pater Bernd Kober, Pfarrer von St. Anton, hat sich viele Gedanken gemacht und sieht es nur als logische Konsequenz, den Kirchenraum zu öffnen: „Wir haben die Räume und diese sind gleichzeitig eine öffentliche Verantwortung in der Stadt.“ Denn Raum sei vor allem in einer kostspieligen Stadt wie München sehr wertvoll. „Mit der Antoniusküche wird das deutlich: Die Kirche ist nicht nur ein Gottesdienstraum, sondern ein öffentlicher Raum, der Menschen zugänglich gemacht wird, die hier leben“, erklärt er. Das Projekt der Antoniusküche schwebte vergangenen Sommer noch als Idee in der Luft und wurde dann Mitte Dezember umgesetzt. Die Erzdiözese München und Freising finanzierte das Projekt mit 120.000 Euro und sicherte jetzt die Fortführung zu: Mit weiteren 160.000 Euro bleibt die Küche vorerst bis Ende des Jahres geöffnet.