EDEKA-Werbung sorgt für Diskussionen

Statt Kaufaufruf- Lust auf Weihnachten

Die Werbung eines Supermarktes spaltet gerade das Netz. Ein Mann täuscht seinen Tod vor, um so an Weihnachten seine Familie bei sich zu versammeln. Zu makaber? Zu provokant? Zu emotional? Bilden Sie sich selbst ein Urteil und lesen Sie was Redakteurin Katharina Sichla von dem Spot hält.

Die EDEKA-Werbung spaltet das Netz. (Bild: Screenshot YouTube) © Screenshot

Ich saß zu Hause als ich den Werbespot zum ersten Mal sah. Er ist so oft in meiner Facebook-timeline aufgetaucht, dass ich irgendwann dachte, jetzt musst du ihn dir anschauen. Ohne große Erwartungen öffnete ich das Browser-Fenster. Ich war neugierig, schaute aber mehr oder weniger zunächst nur mit einem halben Auge zu. Im Hintergrund hatte ich noch Musik laufen. Doch dann passierte etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: Die Werbung rührte mich! Auch die ein oder andere Träne kann ich nicht leugnen. Ich vergaß sogar für einen Moment, dass es sich um Werbung handelt. Ich litt mit dem alten, einsamen Mann und ich fühlte mit der Familie, als ihnen klar wurde, was sie in den letzten Jahren versäumt hatten. Und als ich alle lachend um den großen Esstisch beim Weihnachtsessen sah, freute ich mich schon jetzt auf Weihnachten bei mir zu Hause. Es gibt Stimmen, die halten es für makaber, einen Tod vortäuschen, um die Familie zu sich zu holen: „Das geht zu weit“. Ich halte es hingegen für ein gestalterisches Mittel, das in Filmen oder in der Literatur oft verwendet wird. Die Dinge werden auf die Spitze getrieben. So werden die Katastrophe oder – in dem Fall – die Erleichterung besonders erlebbar. Die Botschaft wird so spürbar und deutlich: Nehmt euch Zeit füreinander. Vergesst die Menschen, die ihr liebt nicht, sonst werdet ihr es bereuen.