Start ins neue Jahr

So halten sie ihre guten Vorsätze durch

Mehr Sport, gesünder essen, weniger rauchen – die Liste an Vorsätzen ist lang. Psychologin Anjeli Goldrian gibt Tipps, wie neue Vorsätze nicht sofort gebrochen werden.

Nicht gleich aufgeben, wenn es mal nicht klappt einen Vorsatz durchzuhalten.

München – Im neuen Jahr wird alles besser! Das sagen sich viele und nehmen sich vor, gesünder zu essen, mehr Sport zu machen oder das Rauchen aufzuhören. Anjeli Goldrian ist Psychologin bei der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Erzbistum München und Freising und sagt, der Jahreswechsel ist eine gute Zeit, um sich über das eigene Leben Gedanken zu machen. „Es ist eine Zeit, in der Menschen ganz oft das letzte Jahr Revue passieren lassen, Bilanz ziehen und schauen, was ist gut gelaufen, was nicht so gut und wie setzen sie eigentlich ihre Prioritäten im Alltag. Und genau das bietet den Boden für die guten Vorsätze oder auch für eine Kurskorrektur“, so Goldrian. Damit es mit dem Umsetzen der Vorsätze möglichst gut klappt, hat die Psychologin ein paar Tipps:

  • Realistische Ziele setzen und kleine Schritte gehen

Wer zum Beispiel im neuen Jahr aktiver werden möchte, bislang aber noch gar keinen Sport gemacht hat, der sollte sich nicht gleich vornehmen, jeden Tag Sport zu treiben. Stattdessen lieber erst mal klein anfangen und beispielsweise sagen: Ab sofort gehe ich eine Strecke, die ich sonst immer mit dem Auto fahre zu Fuß. Oder ich nehme nicht den Aufzug, sondern die Treppe. Kleinere Schritte sind hier besser als es mit dem Sport zu übertreiben, sich vielleicht zu verletzen und am Ende zu sagen, Sport ist nichts für mich.

  • Ziele positiv formulieren

Statt sich zu sagen: „Ich muss in acht Wochen zehn Kilo abnehmen“ ist es besser es so zu formulieren: „Ich gönne mir eine gesunde, vitaminreiche Ernährung.“ Oder wer zum Beispiel seine Beziehung festigen will, der sollte nicht sagen: „Wir müssen unbedingt mehr miteinander unternehmen!“. Besser: Ich wünsche mir viel mehr Zeit miteinander. Lass uns mal gemeinsam schauen, was wir da machen können. So positiv formulierte Ziele machen wesentlich mehr Freude und motivieren einen deshalb mehr.

  • Scheitern einplanen

Wenn es mal nicht klappt, den Vorsatz durchzuziehen, ist das kein Grund, gleich alles hinzuwerfen und aufzugeben. Vielmehr sollten kleine Ausnahmen mit einkalkuliert werden. Wer zum Beispiel bei einer Familienfeier doch mal ein Stück Kuchen mehr isst oder es nicht zum Sport schafft, der sollte sich keine Selbstvorwürfe machen. Einfach sagen: „Okay, das hat jetzt nicht so gut geklappt, aber ist fange jetzt wieder neu an.“ Man muss also nicht bis zum nächsten Silvester warten.

  • Wenn es gar nicht klappt: Hinterfragen

Wenn jemand es einfach nicht schafft, seine Vorsätze einzuhalten, dann sollte man sich vielleicht fragen: Sind das wirklich die richtigen Vorsätze für mich? Oder versuche ich vielleicht nur einem bestimmten Gesellschaftsideal zu entsprechen? Oder steckt vielleicht ein ernsthafteres Problem dahinter? Wenn man es zum Beispiel nicht schafft, auf Alkohol zu verzichten, könnte ein Suchtproblem zugrunde liegen. In diesem Fall stehen Beratungsstellen wie die EFL im Erzbistum München und Freising jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.