Schulprojekt räumt Preise ab

Schülerinnen konzipieren „Ökologischen Fußabdruck“

In Königsdorf haben Schülerinnen des katholischen St.-Ursula-Gymnasiums einen begehbaren 50 Meter langen ökologischen Lehrpfad gestaltet – in Fußform. Das Projekt, das im Rahmen ihres Praxis-Seminars entstanden ist, hat gleich zwei Preise abgeräumt.

Schülerinnen des St.-Ursula-Gymnasiums haben den Fußabdruck gestaltet.

Mannshohe Hecken begrenzen den riesigen Fußabdruck. Noch kann man durch die Bäumchen durchlinsen, doch in einigen Wochen, sind sie sicher schön grün und buschig, hofft Tamara Höcherl. Die Mathematiklehrerin ist am St.-Ursula-Gymnasium in Lenggries auch für die Umweltarbeit zuständig. Umweltschutz sei für sie ein ganz wichtiges Thema. Als Kind der 1980er Jahre wuchs sie unter anderem mit dem Thema Ozonloch auf. Die Umwelt zu schützen und schonend zu behandeln, möchte Sie auch ihren Schülerinnen weitergeben.

Praxis-Seminar mit Umweltaspekt

Zwei Jahre lang haben sich die Schülerinnen mit dem ökologischen Lehrpfad beschäftigt. Die Idee stammt nicht von ihnen selbst. Das Vorbild des riesigen ökologischen Fußes, der durch Hecken begrenzt ein Labyrinth bildet, kommt aus Österreich. In Absprache mit Erfinder Dipl.-Ing. Martin Hartmann vom Nationalpark Gesäuse, der sein Modell dort schon 2012 eröffnete, ist der neue Fußabdruck auf dem Gelände der Jugendsiedlung Hochland in Königsdorf entstanden.

Ausflugstipp mit Hintergrund

Der „ökologische Fußabdruck“ liegt direkt an einem Radweg. Deshalb hoffen die Schülerinnen, dass bei schönem Wetter viele Besucher zu ihrem Labyrinth kommen. Eintritt bezahlen muss natürlich keiner, es geht ja darum, dass möglichst viele Leute etwas über Umweltschutz lernen. Der Lehrweg funktioniert so: Jedes Schild befasst sich mit einem anderen Thema, zum Beispiel „Wasser sparen“. Danach kommt die Frage: Wie kann ich am meisten Wasser sparen? Drei Antwortmöglichkeiten sind vorgegeben. Wer den falschen Weg einschlägt, landet in einer Sackgasse. Er erfährt dort aber auch warum er falsch lag. Bei einer richtigen Antwort geht’s zur nächsten Umweltfrage.

Was ist eigentlich der ökologische Fußabdruck?
Das Konzept stammt aus den 1990er Jahren, es handelt sich dabei um so etwas wie ein „Buchhaltungssystem“ für die Umweltressourcen unserer Erde. Auf der Haben-Seite wird gemessen, welche Flächen der Planet hat, und welche „biologische Produktivität“ auf der Erdoberfläche vorhanden ist. Das ist die Biokapazität der Erde. Auf der anderen Seite, der Nachfrageseite wird berechnet wieviel Biokapazität die Menschen nutzen. Und ob es eventuell mehr ist, als einem zusteht.

Der "ökologische Fußabdruck" in Königsdorf ist auch Thema in der Sendung "Einfach leben!"

Das Labyrinth hat die Form eines riesigen Fußabdrucks © St.-Ursula-Gymnasium

Schülerinnen lernen verschiedene Bereiche kennen

Zwei Projekt-Seminare haben die Schülerinnen in das Projekt investiert. Und das hat sie nicht nur im Bereich Umwelt geschult, sie haben auch gelernt wie man ein so langfristige Projekt umsetzen kann. Jeden Schritt haben sie begleitet. Zum Beispiel wurden Sie auch geschult, kurze und knackige Texte für die Schilder im Labyrinth zu verfassen. Damit sie auch für Kinder geeignet sind und es den Besucher nicht langweilig wird. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Sie haben nicht nur den bayerischen Preis des Kultusministeriums bekommen.

Der ökologische Fußabdruck wird in globalen Hektar (gha) gemessen. Die meisten Europäischen Länder verbrauchen nämlich deutlich mehr als ihnen zusteht. Die pro Erdenbürger verfügbare Biokapazität beträgt derzeit 1,7 gha. In Deutschland verbrauchen wir aber deutlich mehr: im Schnitt 5,3 gha.

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