Kirchen-Störche in Haag

Schau mal, wer da klappert

Das Storchenpaar auf dem Haager Kirchendach hat Nachwuchs bekommen. Wie die Storchenfamilie in luftiger Höhe ihren Alltag meistert, kann man im Youtube-Livestream mitverfolgen.

Youtube Screenshot vom 09. Juni 2021: Der Haager Jungstorch steht aufrecht im Nest und lässt sich beim Putzen seines Gefieders helfen © Youtube Kanal Pfarrverband Haag-Kirchdorf

Haag/Landkreis Mühldorf am Inn – Jeden Tag um neun Uhr in der Früh spielt sich dasselbe Ritual auf dem Haager Kirchendach ab: neugierig steht der Jungstorch aufrecht im Nest und putzt sich sein Gefieder. Unterstützt wird er dabei noch von seinen Eltern. Die versorgen ihn auch ordentlich mit Nahrung, berichtet Pawel Idkowiak. Dem Pfarrer der Haager Maria Himmelfahrt Kirche ist die Begeisterung anzumerken, wenn er von der Storchenfamilie auf seinem Kirchendach spricht. Vor allem das rasante Wachstum des Jungstorches erstaunt den Priester immer wieder. Anfangs ist Idkowiak immer die vielen Stufen auf den Kirchturm hinaufgestiegen, um die Störche aus etwa 40 Metern Entfernung zu beobachten. Weil ihm das irgendwann doch zu mühsam war, hat er an dem Aussichtspunkt eine Webcam installieren lassen. Die übertragt nun rund um die Uhr auf dem Youtube-Kanal des Pfarrverbandes das Alltagsleben der Storchenfamilie. Und nicht nur Pfarrer Idkowiak verfolgt seitdem regelmäßig das Aufwachsen des Jungstorches auf Youtube. Auch die Buben und Mädchen im Pfarrei-Kindergarten dürfen auf dem Tablet immer wieder nachschauen, wie es den Störchen geht.

Vom Probe- zum Dauerstream

Zwei Mal am Wochenende wird die Live-Sendung allerdings unterbrochen. Dann wird in das Innere des Gotteshauses zur Live-Übertragung der Heiligen Messe umgeschaltet. Damit das Storchennest durchgehend gestreamt werden kann, bräuchte es einen zweiten separaten Rechner, der nur dafür eingesetzt wird. Diese Lösung peilt Pfarrer Idkowiak für das kommende Frühjahr an. „Wir hoffen, dass die Störche wiederkommen“, so Pfarrer Idkowiak. Dann soll auch die Webcam mit Hilfe einer Halterung neu positioniert werden, damit die User eine noch bessere Sicht auf das Storchenheim haben. Bis dahin wird es bei dem aktuellen Jungstorch noch einiges zu bestaunen geben, von den ersten Flugversuchen bis zu seinem ersten Ausflug in die nähere Umgebung. Irgendwann im August wird er nicht mehr ins Nest zurückfliegen und sich ohne seine Eltern im Kreis anderer Jungstörche auf den Weg Richtung Afrika machen.

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de