Michaela Jensen

Reden statt Schweigen

4,2 Promille – es ist ein kleines Wunder, dass Michaela Jensen überlebt hat. Aber der Beinahe-Tod war die Wende zurück ins Leben.

Eine Sendung von Domradio.de, unserem Kooperationspartner in Köln

Endlich hat sie zu sich selbst gefunden: Michaela Jensen

Jahrelang war Michaela Jensen schwerstalkoholabhängig. Heute will die Journalistin ihren Beitrag gegen die drittgrößte Volkskrankheit in Deutschland, den Alkoholismus, leisten. "Reden. Statt schweigen" hat sie ihre Webeseite genannt. Reden will sie vor allem, weil Alkoholismus in Deutschland so stigmatisiert ist. "Abhängige schämen sich abgrundtief. Diese abgrundtiefe Scham hält die Menschen in der Sucht gefangen", sagt Michaela Jensen.

Sie selbst wurde eines Tages mit 4.2 Promille in letzter Minute ins Krankenhaus gebracht. Da verstand sie den Ernst der Lage und dass sie in Lebensgefahr war. Sie machte eine Reha und räumte dann ihr Leben auf. Kündigte, machte weiter Therapie, merkte: nüchtern "ist das Leben bunt. Und viel intensiver." Michaela Jensen fing an zu zeichnen. Sie erfand Horst, den Specht, der durchaus unglücklich war - bis er anfing zu backen. Auch Michaela Jensen hatte immer backen wollen. So wurde aus Horst und den Keksen ein Kinderbackbuch. Und dann zogen auch noch die Liebe und das Meer in ihr Leben ein.

"Dass ich nie mehr trinke, würde ich nie sagen, dafür ist das Problem zu ernst." Doch seit ungefähr zehn Jahren ist Michaela Jensen trocken. Und: "Seitdem habe ich einige schwere Krisen erlebt, aber trinken war keine Option mehr."

Moderation: Angela Krumpen

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