Roman zum Ersten Weltkrieg

Psychologie im Schützengraben

Die Fotoalben eines Großonkels regten Christoph Poschenrieder zu diesem Roman an. Er schildert die Realität an der Front, aber auch das Grauen dahinter, zeigt Verwundungen der Seele, die man erstmals in diesem Krieg wahrnahm.

Den Krieg verstehen auf den Schlachtfeldern und auf dem Feldherrnhügel (Bild: Frank Hurley (Chateau Wood, Ypres 1917) - PD)

Die Alben seines Großonkels zeigten Bilder aus dem Ersten Weltkrieg, die schon in seiner Kinderzeit eine eigentümliche Faszination auf den Autor ausübten. Auch sein Romanheld hantiert mit einer Kamera: In den Schützengräben, auf Ausguckposten oder in der Etappe. Traumatisiert von der Rohheit des Kriegs wird er von einem Arzt behandelt, der mit einem „Spiegelkasten“ experimentiert, um Phantomschmerzen zu bekämpfen. Er eröffnet dem Reserveoffizier einen psychologischen Blick auf den Krieg. Christoph Poschenrieder erzählt, was es mit diesem „Spiegelkasten“ auf sich hat, spricht über seinen Weg zum Schreiben und über die Verknüpfungen zwischen Erstem Weltkrieg und moderner Politik in seinem Roman. (gh)

Christoph Poschenrieder, Der Spiegelkasten, Diogenes, 224 S., 10,90 €