Oktoberfest 2018

Paulsturm zur Wiesn geschlossen

Die beliebte Aussicht vom Turm der Paulskirche auf das Oktoberfest bleibt den Besuchern in diesem Jahr verwehrt.

Sankt Paul in München © imago

Update vom 18.9.2019: Der Hauptturm der Pfarrkirche St. Paul bleibt den Besuchen dieses Jahr während der Wiesn geschlossen. Grund sind laufende Sanierungsarbeiten.

Update vom 20.9.2018: Die Pfarrkirche St. Paul öffnet nun auch in diesem Jahr wieder ihren Hauptturm für Besucher. Aus fast 50 Metern Höhe bietet sich ein einzigartiger Blick über das Oktoberfest. Zugänglich ist der Hauptturm werktags von 9 bis 12 Uhr, 14 bis 16 Uhr und 18 bis 20 Uhr, an den Sonntagen von 14 bis 16 Uhr und 18 bis 20 Uhr.

München – Dem ganz normalen Wiesn-Wahnsinn ist die Kirche St. Paul natürlich auch dieses Jahr ausgesetzt – positiv wie negativ. Es gibt laut Pfarrer Hepler jene Besucher, die sich bewusst mal „die einzige französisch-gotische Kathedrale in Oberbayern“ anschauen wollen, und es gibt diejenigen, die ihre Notdurft im Beichtstuhl verrichten oder ihren leeren Maßkrug auf dem Altar abstellen. Auch rund um das Gotteshaus wird sich – ganz ohne Groll auf die Kirche – gerne „ausgekotzt“.

Kunst in der Kirche

In St. Paul lässt man sich davon aber nicht groß beeinflussen: Trotz Mesner-Mangels ist die Kirche während der Wiesn tagsüber geöffnet. Neben der neugotischen Architektur können die Besucher so die Skulpturen von Holzbildhauer Rudolf Wachter oder die Videoinstallation „Zukunft“ von Stefan Hunstein im Innenraum betrachten.

Pfarrer Hepler wird am ersten und letzten Oktoberfest-Sonntag am Altar von St. Paul stehen. Unter dem Motto „TatOrtZeit“ findet dann wie jeden Sonntag um 20.15 Uhr – als Kontrastprogramm zum TV-Krimi – eine besondere Eucharistiefeier mit zeitgenössischer Musik statt. Dass dabei vermutlich Volksfest-Atmosphäre von außen in das Gotteshaus dringen wird, stört den Priester wenig. „Ich finde das immer ganz reizvoll, wenn da von fern noch so Klänge in die Kirche kommen.“

Übrigens zum Oktoberfest selbst hat Hepler ein „typisch münchnerisches Verhältnis, nämlich verhalten-distanziert“. Er verweist da auf Herbert Hisel, einen Komiker aus seiner Kindheit, der einmal sagte: „Das Oktoberfest ist eine Großmolkerei für Preißn und Ausländer.“

Der Autor
Klaus Schlaug
Online-Redaktion
k.schlaug@st-michaelsbund.de

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