Ehemaliger Michaelsbund-Volontär

Pater-Wolfgang-Seibel-Preis für Manuel Rauch

Große Freude beim früheren Michaelsbund-Volontär Manuel Rauch: Er wurde mit zwei weiteren Nachwuchsjournalisten mit dem Pater-Seibel-Preis der katholischen Journalistenschule ifp ausgezeichnet.

Laudator Wilm Hüffer, SWR (links), Preisträger Manuel Rauch und Fifp-Vorstand Alexander Demling, Handelsblatt.

Rom – Drei Absolventen der katholischen Journalistenschule ifp ("Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses") teilen sich den Pater-Wolfgang-Seibel-Preis 2018. Manuel Rauch, Julius Heinrichs und Julia Weller erhielten am Wochenende beim ifp-Jahrestreffen in Rom die mit insgesamt 3.000 Euro dotierte Auszeichnung, die der Förderverein des ifp alle zwei Jahre vergibt.

Manuel Rauch wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet für sein Radiofeature "Abgetrieben. Und dann? Leben nach einem Schwangerschaftsabbruch", das im Münchner Kirchenradio ausgestrahlt und auf mk online veröffentlicht wurde. Ihm sei "das Kunststück geglückt, einfühlsam, klug und ausgewogen über eine der wohl heikelsten Entscheidungen im Leben einer Frau zu berichten", heißt es im Urteil der Jury. Das "fesselnde und berührende" Feature lasse Gegner und Befürworter der Abtreibung zu Wort kommen und mache vor allem "den Druck spürbar, der auf vielen Frauen lastet".

"Ich kann es bis jetzt gar nicht glauben, das ist der Wahnsinn", freute sich Rauch im Gespräch mit mk online über die Auszeichnung. Das Thema "Abtreibung" sei hochpolarisierend und werde oft tabuisiert. Seiner Ansicht nach ist es zu komplex für ein einfaches "pro oder contra, weil kein Fall wie der andere ist". Vom Preisgeld für den ersten Preis in Höhe von 1.500 Euro will der Radiojournalist eine Reise bestreiten.

Pater-Wolfgang-Seibel-Preis

Der seit 2004 verliehene Preis ist nach dem Jesuitenpater Wolfgang Seibel benannt, dem Gründer des ifp. Der ifp-Förderverein will damit Nachwuchsjournalisten zu besonderen Leistungen ermutigen. Der Ordensmann hat als Motto für ifp-Stipendiaten und -Volontäre ausgegeben: "Sie sollen gute, wenn möglich herausragende Journalisten werden. Wenn sie dann auch noch überzeugte Christen sind, hat das Institut seine Ziele voll erreicht."
Zur Jury gehörten Dagmar Reim, frühere Intendantin des rbb, Cornelia Schmergal ("Spiegel"), Wolfgang Küpper (BR), Kassian Stroh ("Süddeutsche Zeitung") und Wilm Hüffer (SWR).

Julius Heinrichs erhielt den zweiten Preis für seine Reportage "Unter Drogen" für das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Heinrichs beobachte sehr fein den Alltag eines Berliner Drogensüchtigen, begegne diesem auf Augenhöhe, dramatisiere nicht, urteile nicht über ihn und beschreibe dem Leser eine Lebenswelt, die ihm sonst verschlossen bliebe, so die Jury: "Herausragend" sei zudem die Sprache der Reportage, die die Leser in ihren Bann ziehe.

Der dritte Preis ging an Julia Weller für ihre Reportage "Wo die künstlichen Kinder zur Welt kommen", erschienen in der "Heilbronner Stimme". Darin geht es um Babypuppen, die von einem echten Baby kaum zu unterscheiden sind. Mit "beeindruckender Beobachtungsgabe und subtilen sprachlichen Mitteln", so die Jury, erzähle die Autorin eine "untergründige, ja verstörende Geschichte über den Verlust echten Lebens, weit über den eines lebendigen Babys hinaus". (kna/ksc)

50 Jahre katholische Journalistenschule

Das ifp wurde 1968 im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz gegründet. Seither absolvierten mehr als 2.000 Journalisten hier Aus- und Fortbildungen. Zu den "Institutlern" gehören zahlreiche bekannte und preisgekrönte Journalisten wie Claudia Nothelle, Anne Reidt, Bettina Schausten, Klaus Brinkbäumer, Wolfgang Büchner, Thomas Gottschalk, Heribert Prantl oder Willi Steul.
Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens fand das aktuelle Jahrestreffen in Rom statt. Am Freitag hatte Papst Franziskus die rund 400 Teilnehmer in einer Privataudienz empfangen.

Der Autor
Klaus Schlaug
Online-Redaktion
k.schlaug@st-michaelsbund.de

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