Cap Anamur-Gründer

Papstbesuch auf Lampedusa wegweisend

Die Aussagen von Papst Franziskus zur „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ bei seinem Besuch auf der Flüchtlingsinsel Lampedusa hält Rupert Neudeck für wegweisend. Sie würden uns in den nächsten Jahren noch weiter beschäftigen, sagte der Cap Anamur-Gründer dem Münchner Kirchenradio.

Abgewiesen an den EU-Außengrenzen (Bild: VRD - Fotolia.com)

Es sei faszinierend, dass der Papst mit dieser ersten Reise die Frage oben anstelle, wie mit den Menschen umgegangen werde, die aus unsicheren Verhältnissen fliehen und an den Außengrenzen Europas zurückgewiesen würden, betonte Neudeck, der sich seit 1979 mit dem Schicksal von Flüchtlingen beschäftigt. Die Idee, gemeinsam mit der Bevölkerung von Lampedusa und den Migranten Gottesdienst zu feiern sei großartig, bekräftigte er. Für die Kirche in Deutschland wünsche er sich, dass den Worten des Papstes Taten folgen. Man müsse aufhören damit zu versuchen, die Flüchtlingsströme allein mit militärischen und polizeilichen Mitteln in den Griff zu bekommen.

Mit seinem Besuch auf Lampedusa habe der Papst der „offenen Wunde und dem größten Menschenrechtsskandal in der europäischen Flüchtlingspolitik“ stärkere Geltung verschafft, sagte der Europareferent der Flüchtlingsorganisation PRO ASYL, Karl Kopp dem Münchner Kirchenradio. Dafür sei man ihm dankbar. Der Papst kritisiere in seiner Predigt auch indirekt die Staaten der Europäischen Union wegen ihrer Gleichgültigkeit gegenüber der Todesgefahr, der sich Flüchtlinge aussetzten. (gh/kna)