Treffen im Vatikan

Papst und Kardinäle beraten über Kurienreform

Im Vatikan ist der Kardinalsrat für die Kurienreform am Montag erneut zusammengetreten. Im Mittelpunkt der dreitägigen Beratungen mit Papst Franziskus steht eine Neustrukturierung der vatikanischen "Ministerien", der Kongregationen und Räte. Mit dabei ist auch Kardinal Reinhard Marx.

Der Kardinalsrat tagt erneut in Rom. (Bild: Sankt Michaelsbund)

Vatikanstadt - Dem Vernehmen nach sollen mehrere Behörden zusammengelegt und so die Kurie verschlankt werden. Einen Termin für eine neue Konstitution, die das Regelwerk "Pastor bonus" aus dem Jahr 1988 ablösen soll, gibt es bislang nicht.

Franziskus hatte das aus neun Kardinälen bestehende Beratungsgremium unter Leitung des Honduraners Oscar Rodriguez Maradiaga bald nach seiner Wahl gegründet, nachdem im Vorkonklave im März 2013 Klagen über Organisationsmängel an der Kurie laut geworden waren. Dem Rat gehört auch der Münchner Kardinal Reinhard Marx an.

Bischofssynode wird dialogischer

In den bisherigen fünf Tagungsrunden hatte der Kardinalsrat über die Bischofssynode sowie über die Finanzinstitutionen des Vatikan gesprochen. Erste Auswirkungen haben die Beratungen auf die Gestaltung der bevorstehende Weltsynode der Bischöfe, die vom 5. bis 19. Oktober zu Fragen der Familienpastoral tagt. Dieses Treffen soll nach dem Votum der Kardinäle dialogischer gestaltet werden. Ebenfalls auf Anregung des Rats errichtete der Papst eine zentrale Behörde für die Wirtschafts- und Finanzaktivitäten der Kirchenleitung.

Über die künftige Struktur der Kurie gibt es bislang nur Spekulationen. So könnten der Laienrat und der Familienrat zu einer Behörde zusammengefasst und mit höheren Kompetenzen versehen werden. Im Gespräch ist weiterhin eine vatikanische Caritas-Behörde, in die der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden, der Rat "Cor Unum" für humanitäre Belange und vielleicht auch der Rat für Migranten-Seelsorge eingehen sollen.

Möglich wäre Beobachtern zufolge weiter, dass der Rat für Neuevangelisierung der Missionskongregation angegliedert wird. Hingegen gibt es keine weiteren Hinweise, dass die Gottesdienstkongregation wieder mit der Behörde für Heiligsprechungsverfahren zusammengeführt werden könnte, wie es früher einmal der Fall war. (kna)