Chrisammesse in Rom

Papst Franziskus ruft Priester zu Volksnähe auf

Am Morgen des Gründonnerstags wird traditionell die Chrisammesse gefeiert. Papst Franziskus sprach in seiner Predigt besonders die Priester an.

Papst Franziskus bei der Chrisammesse 2014 im Petersdom.

Vatikanstadt – Papst Franziskus hat katholische Priester aufgefordert, nahe bei den Menschen zu sein. Nähe zu den Menschen sei eine Schlüsselqualifikation für Seelsorger, denn in der Zuwendung eines Priesters komme die Nähe Gottes zu den Menschen zum Ausdruck, sagte er am Donnerstag im Petersdom vor Geistlichen seines Bistums Rom sowie anderer Diözesen. Priester müssten erreichbar sein und für jeden ein passendes Wort haben.

Jeder einzelne ist wertvoll

In Beichtgesprächen sollten die Geistlichen auf eine Weise die Wahrheit sagen, "die dem Sünder erlaubt, vorwärts zu schauen", so Franziskus. Nähe zu den Menschen und langjährige seelsorgliche Beziehungen könnten Priestern auch in Zeiten eigener Glaubensschwierigkeiten helfen. Jesus selbst zeige in den Evangelien, wie wertvoll jeder einzelne im Volk sei.

Jeder Diözesanbischof feiert Chrisammesse

Während des Lateinisch gefeierten Gottesdienstes weite der Papst die heiligen Öle für die Sakramente Taufe, Firmung, Krankensalbung und Priesterweihe. Diese sogenannte Chrisam-Messe feiert jeder Diözesanbischof traditionell am Morgen des Gründonnerstags. Unter den Kardinälen, die mit dem Papst am Hauptaltar zelebrierten, waren der frühere Leiter des Ökumenerates Walter Kasper sowie der frühere Staatssekretär Tarcisio Bertone. (kna)

Chrisam

Die griechische Bezeichnung für die Öle, Chrisam, verweist einerseits auf Christus als den Gesalbten und das griechische Wort für Salböl, chrisma. Diese doppelte Bedeutung soll unterstreichen, dass eine Salbung mit den Ölen nach dem Verständnis der Kirche Zeichen für die Begegnung mit Christus ist. (kna)