Franziskus an Pfingsten

Papst: Christentum ohne Heiligen Geist "freudloser Moralismus"

Am Sonntagvormittag feierte Papst Franziskus die Pfingstmesse auf dem Petersplatz. Dabei rief er zu Gemeinschaft und Einheit auf.

Papst Franziskus während der Pfingstmesse auf dem Petersplatz in Rom.

Vatikanstadt – Papst Franziskus hat zum Pfingstfest zu Gemeinschaft und Einheit aufgerufen. "Wir brauchen den Geist der Einheit, der uns als Kirche, als Volk Gottes und als brüderliche Menschheit erneuert", sagte das Kirchenoberhaupt am Sonntag auf dem Petersplatz. Ein Christentum ohne den Heiligen Geist sei "freudloser Moralismus". In seiner Predigt kritisierte der Papst zunehmende Ungleichheit sowie Spannungen und Spaltungen auf der Welt und mahnte eine Rückbesinnung auf den Glauben an.

"Wir werden dann nicht zur Ruhe kommen, wenn wir uns von denen distanzieren, die nicht so denken wie wir, und wir werden auch dann nicht den Frieden finden, wenn wir die Schwierigkeiten des Augenblicks lösen. Der Wendepunkt ist der Friede Jesu, die Harmonie des Heiligen Geistes", so der Papst.

Auf Böses mit Gutem antworten

Das Pfingstfest erinnert an die Ausgießung des Heiligen Geistes über die Jünger Jesu und ist besonders mit der Hoffnung auf Frieden und Einheit der Christen verbunden. Es gilt auch als Geburtstag der Kirche. Zehntausende waren zur Pfingstmesse auf den Petersplatz gekommen.Franziskus mahnte, Böses nicht mit Bösem zu vergelten: "Diejenigen jedoch, die nach dem Geist leben, bringen Frieden, wo Zwietracht herrscht und Eintracht, wo es Konflikte gibt." Geistliche Menschen antworteten auf Böses mit Gutem, "auf Arroganz mit Sanftmut, auf Bosheit mit Güte, auf Lärm mit Stille, auf Geschwätz mit Gebet, auf Pessimismus mit einem Lächeln", so Franziskus.

Aufforderung zum Gebet

Um geistlich zu sein, müssten die Menschen ihre Sichtweise ändern und den Heiligen Geist aufnehmen, sagte der Papst. "Im Heiligen Geist ist die Kirche das heilige Volk Gottes, die Mission ist Ansteckung mit Freude, die anderen sind Brüder und Schwestern, die alle vom selben Vater geliebt sind."Franziskus betonte die elementare Rolle des Heiligen Geistes für die ganze Kirche. "Er ist das erste und letzte Bedürfnis der Kirche. Er kommt dahin, wo er geliebt wird, eingeladen ist und erwartet wird." Wo er fehle, sei die Kirche nur eine Organisation, Mission nicht mehr als Propaganda und "Gemeinschaft eine Anstrengung".

Franziskus forderte alle zu regelmäßigem Gebet mit der Bitte um den Heiligen Geist auf. Seine Predigt schloss er dementsprechend: "Heiliger Geist, du unsere Harmonie, der du aus uns einen einzigen Leib machst, gieße der Kirche und der Welt deinen Frieden ein." (kna)

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