Markus Rinderspacher auf Redaktionsbesuch

„Nur mit den Freien Wählern kann es gelingen“

Sie sollen Umdenken: Der SPD-Fraktionsvorsitzende und Oppositionsführer im Landtag, Markus Rinderspacher, hat sich an alle bayerischen Wähler gewandt, die nur aus Tradition und Gewohnheit ihr Kreuz bei der CSU machen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Markus Rinderspacher im Gespräch (Bild: Sankt Michaelsbund)

Die einzige Chance für SPD-Spitzenkandidat Christian Ude bei der Wahl im Herbst zu gewinnen sei eine bunte Mehrheit der CSU-Gegner aus allen Regionen des Freistaats.

„Rot-Grün allein wird nicht mehrheitsfähig sein in Bayern“, gab Rinderspacher bei einem Besuch der Redaktionen des Sankt Michaelsbundes in München offen zu. Der Sozialdemokrat gibt sich dennoch kämpferisch: Er setzt auf ein Bündnis aus Stadt und Land. In kleineren Gemeinden hätten die Freien Wähler der CSU schließlich schon oft Paroli geboten. Zusammen mit ihnen und den Grünen will er die Wahl in den nächsten sieben Wochen für sich entscheiden. „Aber nur mit dem Spektrum der urkonservativen Anhängerschaft der Freien Wähler kann es gelingen“, so Rinderspacher weiter. „Dann wird der CSU-Zentralstaat mit uns zu Gunsten der Regionen und Kommunen aufgedröselt. Da sind wir mit den Freien Wählern im Gleichklang.“

Aktuelle Umfragen des neuen BayernTrend, wonach 77 Prozent der Anhänger der Freien Wähler eine Koalition mit der CSU bevorzugen, spielen für den SPD-Fraktionsvorsitzenden dabei keine Rolle. Er ist überzeugt: Die Landtagsabgeordneten der Freien Wähler hätten sich längst für die SPD entschieden. Und auch 58 Prozent der Basis könnten sich eine Drei-Parteien-Regierung mit SPD und Grünen vorstellen. Schließlich vereine die SPD mit den Freien Wählern eine tiefe Abneigung gegen die CSU, sagte der Fraktionsführer.

In den kommenden Wochen sind Vertreter der Fraktionen sowie der Parteien, die in den Bayerischen Landtag einziehen wollen, zu Gast beim Sankt Michaelsbund. In den beiden Ausgaben der Münchner Kirchenzeitung im Vorfeld der Wahlen erscheint eine Übersicht und Einordnung der kirchenpolitischen Standpunkte der zur Wahl stehenden Parteien. Markus Rinderspacher war von 2005 bis 2009 Pressesprecher der Münchner SPD, seit 2008 sitzt er im Landtag. 2009 übernahm er dort den SPD-Fraktionsvorsitz. Vor seiner politischen Karriere war Rinderspacher unter anderem als Fernsehjournalist tätig. (acs)