Buchtipp

Neuer Roman von Stephan Bartels

Das passende Buch zum Vatertag: Der Autor des Bestsellers "Dicke Freunde" erzählt in seinem neuesten Werk eine ungewöhnliche Vater-Sohn-Beziehung.

Autor Stephan Bartels

Ein Familienvater in Erziehungszeit bekommt einen Brief vom Sozialamt, dass er knapp 700 Euro monatlich zahlen soll. Das sei sein Anteil am Pflegeheim seines Vaters. Allerdings hat Simon Havlicek seinen Erzeuger nie kennengelernt. So beginnt Stephan Bartels neues Buch „Vatertage“. Für die Idee zum Buch lieferte die Mutter des Autors die Steilvorlage. Sie sagte nämlich, als ein ähnlicher Fall vor dem Bundesgerichtshof verhandelt wurde: „Wenn dein Vater ein Pflegefall wird und das Sozialamt will Geld von dir, dann bringe ich ihn um.“ So einen Satz dürfe man nicht in Anwesenheit eines Schriftstellers sagen, schmunzelt Bartels, „denn gleich darauf habe ein Film in seinem Kopf begonnen und das Ergebnis haben wir jetzt“.

Im Gegensatz zur Mutter des Autors will die Mutter ihm Buch den Worten Taten folgen lassen. Und Simon setzt alles daran, das zu verhindern. Dazu muss er natürlich erstmal seinen Vater besuchen – im Pflegeheim. Bisher wusste er nur, dass sein Vater der Spross einer Kaffeeröster-Dynastie war und ein Haus an der Elbchaussee besessen hat. Jetzt erfährt er im Pflegeheim, dass sein Erzeuger obdachlos im Alkoholdelirium unter einem Busch im Schanzenpark hervorgezerrt worden ist.

Nein zur Sterbehilfe

Es kommt zu allerlei amüsanten Verwicklungen, bei denen Bartels den Alltag im Pflegeheim mit all seinen Schwierigkeiten liebevoll schildert. Das kann er, weil er als junger Mann selbst Zivi dort war. Und die Bewohner gibt es wirklich: „Es gab dort die Frau Podolski, die mit tränennassen Augen unter ihrem unglaublich hohen Diabeteswert alle um Zigaretten angebettelt hat und auch die Grundschullehrerin, mit der ich wunderbar ironische Gespräche geführt habe“. Auch das Thema Sterbehilfe kommt vor. Und zu der hat der Autor eine eindeutige Meinung: „Ich würde es nicht tun. Egal wie mies, belanglos, doof und schmerzbehaftet das Leben auch sein mag, es ist immer noch Leben. Wir haben halt diese 70 bis 90 Jahre und die anderen sechs Milliarden Jahre in der Menschheitsgeschichte ist man einfach tot.“

Ähnlich tief philosophisch geht es im Buch oft zu. Am Ende lernt Simon seinen Vater doch noch kennen – und versteht so Einiges. Ein wunderbares Buch für einen sonnigen Nachmittag, nach dem mancher vielleicht wieder Lust bekommt, einfach mal die eigene Mutter oder den eigenen Vater anzurufen.

Zum Nachhören

7§§ Frauen kennen den Autor Stephan Bartels aus der Zeitschrift „Brigitte“. Sein Buch „Dicke Freunde“ haben wohl auch viele Männer gelesen. Über sein neustes Werk sprach er mit Brigitte Strauß-Richters in der Sendung "Hauptsache Mensch" im Münchner Kirchenradio. Hier geht es zum Podcast.§§

Die Autorin
Brigitte Strauß-Richters
Radio-Redaktion
b.strauss-richters@st-michaelsbund.de

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Stephan Bartels: Vatertage

"Guten Tag, wir sind verwandt!" Dass er einen Vater hat, wusste Simon eigentlich schon immer. Nur dass er selbst Michael Petersen niemals so genannt hätte: Vater. Wer es fertigbringt, in neununddreißig Jahren nicht ein einziges Wort mit seinem Sohn zu wechseln, ist bestenfalls ein Erzeuger. Deshalb ist Simon auch ziemlich verärgert, als er in einem offiziellen Schreiben aufgefordert wird, monatlich EUR 697,69 Pflegebeteiligung für Herrn Petersen zu bezahlen. Simon fährt persönlich zum Amt, um Widerspruch einzulegen. Doch was er dort erfährt, stellt sein Leben vollends auf den Kopf.

Im Onlineshop des Sankt Michaelsbundes können Sie das Buch bestellen.

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