Bereitschaftspflegekräfte

Mutter fremder Kinder

Wenn sich Eltern nicht so um ihre Kinder kümmern können, dass das Kindswohl gewahrt wird, dann kommen die Bereitschaftspflegekräfte des Salberghauses ins Spiel. Eine von ihnen ist Erika Ferch. In den vergangenen Jahren hat sie 17 Kinder bei sich kurzfristig aufgenommen.

Pflegemütter kümmern sich um Kinder, wenn es die leiblichen Eltern nicht können.

Gemäß dem Sozialgesetzbuch müssen Jugendämter Kinder „in Obhut nehmen“, deren Wohl in ihren eigenen Familien in Gefahr ist. Jugendliche und Kinder im Schulalter können dann in Heimen oder bei Pflegefamilien unterkommen. Bei Säuglingen und Kleinkindern, ist das aber nicht so leicht. Hier hilft die Bereitschaftspflege des Salberghauses, dass die Katholische Jugendfürsorge KJF in Putzbrunn betreibt. „Psychische Erkrankungen oder Suchterkrankungen bei den Eltern, aber auch Gewalt innerhalb der Familie sind die häufigsten Unterbringungsgründe bei uns“, erklärt Monika Boukari, die den Bereich „Bereitschaftspflege“ im Salberghaus leitet.

„Setzen Sie sich – Sie können ein Pflegekind abholen“

Boukari sorgt dafür, dass Kinder um die sich die eigenen Familien nicht kümmern können, bei einer geeigneten Bereitschaftspflegekraft unterkommen. Das sind Personen, die sich bereit erklärt haben, privat ein Kind aufzunehmen und sich für einen begrenzten Zeitraum um dieses zu kümmern. Wichtig ist: Es muss schnell gehen, wenn sich das Jugendamt meldet. Erika Ferch weiß noch genau, wie es beim ersten Mal war, als Sie für ein Bereitschaft Pflegekind gebraucht wurde. Um 14 Uhr klingelte da bei ihr das Telefon. „Frau Boukari hat mir gesagt: Setzen sie sich, Sie können ein Pflegekind abholen“, erinnert sich die Seniorin. „Um halb 5 habe ich das Kind abgeholt, so schnell kann das gehen.“

Durch einen Flyer war Ferch auf die Bereitschaftspflege aufmerksam geworden und hatte sich freiwillig gemeldet. Damals war sie 60 Jahre alt. Seitdem hat sie noch 16 weitere Säuglinge und Kleinkinder bei sich aufgenommen. „Einmal erklärten sich sehr schnell die Großeltern bereit ein Kind aufzunehmen“, erzählt Ferch. Da war sie nur für wenige Tage im Einsatz. Zwei Jahre dauerte ihre längste Bereitschaftspflege.