Kolpingstunde

Mutbürger gegen Populismus

Mit virtuellen Statements gegen Populismus möchte Kolping die demokratischen Kräfte bei der Bundestagswahl stärken. Und hat dafür auch prominente Mitstreiter gewinnen können.

#mutbürger, so heißt die virtuelle Kampagne des Kolpingwerkes im aktuellen Bundestagswahlkampf. Spätestens als Corona-Leugner und Rechtsextremisten im August vergangenen Jahres versucht hätten, den Reichstag zu stürmen, habe man erkannt, dass man auch bei Kolping etwas gegen die Schwächung der Demokratie durch populistische Kräfte tun müsse, erzählt Diözesangeschäftsführer Alfred Maier. Herausgekommen ist eine Initiative, die auf den Ausspruch von Adolph Kolping zurückgeht: „Wer Mut zeigt, macht Mut“. Mit Hilfe dieses Zitats sei aus dem „Wutbürger“ schließlich der „Mutbürger“ geworden. Mutbürger wendeten sich vor allem gegen Ausgrenzung und stünden für Offenheit, erklärt Diözesanreferent Massimo Zanoner.

Die Kreierung des Wortes sei dann auch die Geburtsstunde der virtuellen Kampagne #mutbürger gewesen. Die ist am 17. Juni, genau 14 Wochen vor der Bundestagswahl, an den Start gegangen. Bis zur Wahl sollen nun täglich Mutbürger mit Fotostatement zu Wort kommen. Wöchentlich wird zudem ein Videostatement über die digitalen Kolping-Kanäle ausgestrahlt. Dabei beantworten die Mutbürger die Frage: „Warum ist es unsere Demokratie wert, wählen zu gehen und dabei nicht Populisten und Extremisten zu unterstützen?" Für den Auftakt der Videokampagne konnte man Ministerpräsident Markus Söder gewinnen. Und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter soll demnächst zu Wort kommen. Aber auch Erstwähler und normale Kolping-Mitglieder stehen auf der Mutbürgerliste. Viel mehr möchte Massimo Zanoner aber noch nicht verraten. Nur soviel: Für die Schlußphase habe man noch weitere prominente Mitstreiter in petto. "Man kennt die Gesichter definitiv, es sind Bekanntheiten überregionalen Ausmaßes".

Und was ist, wenn doch wieder eine Partei wie die AfD in den Bundestag einzieht? Der Erfolg der virtuellen Kampagne soll sich nicht nur am Ergebnis der Bundestagswahl orientieren, findet Alfred Maier. Ziel sei es, eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen, "dann können alle, die demokratisch eingestellt sind, zufrieden sein". Denn jeder, der nicht wählen geht, stärkt die populistischen Parteien, heißt es in einem Foto-Statement einer Mutbürgerin.



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Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
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