Seelsorger für Polizisten

Münchner Weihbischof hat ein neues Amt

Weihbischof Wolfgang Bischof hat seit Donnerstag eine weitere Aufgabe: Er ist Beauftragter für die katholische Seelsorge in der Bundespolizei. Seine Affinität zur Polizeiarbeit ist nicht neu.

Weihbischof Bischof ist für die katholische Seelsorge der Bundespolizei zuständig.

Berlin – Mit einer Heiligen Messe und einem anschließenden Festakt in der Katholischen Akademie in Berlin wurde am Donnerstag der Münchner Weihbischof Wolfgang Bischof in das Amt des Beauftragten für die katholische Seelsorge in der Bundespolizei eingeführt und Weihbischof em. Dr. Hans-Jochen Jaschke (Hamburg) verabschiedet.

In seinem Grußwort bedankte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, bei allen Bundespolizisten für ihre Arbeit und betonte, dass Staat und Kirche sich gegenseitig unterstützen, begleiten und Hilfe anbieten müssten. „Die Kooperation der katholischen Seelsorge für die Bundespolizei hat sich bewährt und das wollen wir weiterführen. Wir leisten unseren Beitrag, dass Seelsorge weiter möglich ist.“ Gerade nach Auslandseinsätzen, Amokläufen, Geiselnahmen und vielen weiteren schrecklichen Ereignissen sei es wichtig, dass Seelsorge angeboten werde, dass jemand da sei, der zuhöre. Denn Identität und Sicherheit – das werden die großen Themen werden, so Kardinal Marx. „Wir haben nicht das Recht, dass es so bleibt, sondern die Pflicht, dafür zu sorgen, dass wir Menschen in Freiheit und Frieden leben können.“

Seelsorge mit Leidenschaft

Weihbischof Jaschke habe über die vielen Jahre seine Aufgabe sehr engagiert wahrgenommen. „Wir danken ihm herzlich für seine Arbeit. Nun übernimmt Weihbischof Bischof die Beauftragung und ich merke: Bei ihm ist eine seelsorgliche Leidenschaft in diesem Bereich da. Nachdem er bereits für die Länderpolizei verantwortlich ist, übernimmt er nun den ganzen Bereich. Für seine neue Aufgabe wünsche ich ihm Gottes Segen.“, so Marx weiter. Seit 2011 ist Weihbischof Bischof bereits Beauftragter für die katholische Seelsorge in den deutschen Länderpolizeien.

Er hob seine Affinität für die Polizeiarbeit hervor. „Der Herr hat nun viele Wege umgebogen, dass ich jetzt doch mit der Polizei zu tun habe.“ Die Grundsätze der Polizei seien ihm von Herzen wichtig: „Daran möchte ich gemeinsam mit Ihnen bauen.“ Weihbischof Bischof betonte, dass er sich sehr auf die Zusammenarbeit, auf die neue Aufgabe freue. „Ich möchte Ihnen meine Hand reichen – meine Affinität hat kein Ende gefunden.“

Rund 15 Priester leisten die katholische Seelsorge in der Bundespolizei. Sie beraten und begleiten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bundespolizei bei Lebens- und Glaubensfragen, in privaten Krisen sowie dienstlichen und persönlichen Notlagen. Daneben organisieren sie Gottesdienste, Wallfahrten, Freizeiten und Tagungen und bieten so Gelegenheit zur Vertiefung der Glaubenspraxis. Eine weitere wichtige Aufgabe der Seelsorger ist der berufsethische Unterricht während der Ausbildung sowie in Seminaren. Die Polizistinnen und Polizisten reflektieren ihr berufliches Selbstverständnis, ihre Einstellungen und Werte und setzen sich mit ethischen Fragen, mit denen sie in ihrem Einsatz konfrontiert sind, auseinander. Neben den katholischen Seelsorgern kümmern sich rund 15 evangelische Seelsorger um die etwa 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundespolizei.

„Seelsorger stehen an der Seite der Menschen und darum geht es“, hob Weihbischof em. Dr. Hans-Jochen Jaschke hervor. „Die Bilder aus Passau oder München in diesem Jahr haben mich ganz besonders berührt. Es sind Bilder von Menschen mit ihren Schicksalen, Flüchtlingskindern. Ich habe die Beamten der Bundespolizei vor Augen, die aus allen Teilen des Landes abgeordnet wurden.“ Weihbischof Jaschke betonte, er habe gesehen, mit welcher Ruhe und welcher wahrhaftiger Freundlichkeit sie den Menschen entgegengetreten sind. „Sie haben die Menschen nicht als Nummern, sondern als Persönlichkeiten gesehen. Ich bin dankbar, dass Sie, als Bundespolizisten, Sorge tragen für eine humane Welt.“ (pm)