Hand in Hand gegen Rassismus

Menschenrechte gelten für alle

Trotz schlechten Wetters kamen rund 4 000 Menschen zur Auftaktkundgebung der Menschenkette "Hand in Hand gegen Rassismus" in München. Die Teilnehmer zogen anschließend los, um symbolisch mehrere Münchner Glaubensgemeinden wie die Sankt-Michaels-Kirche, die israelitische Kultusgemeinde und das Münchner Forum für Islam zu verbinden.

Rabbiner Steven Langnas, Bischofsvikar Rupert Graf zu Stolberg und Apostolos Malamoussis auf der Kundgebung am Stachus in München (Bild: Riffert)

München – „Wenn ich hier all die Vielen sehe, die bei diesem Sauwetter aushalten, um für Menschenrechte und gegen Rassismus zu demonstrieren, dann bin ich stolz darauf, dass ich in München lebe“, begann Bischofsvikar Rupert Graf zu Stolberg seine Rede bei der Auftaktveranstaltung der Menschenkette gegen Rassismus. „Als Christ bin ich davon überzeugt, dass wir alle dieselbe Würde haben. Das gilt nicht nur für Christen, sondern für alle Menschen unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit, Hautfarbe oder sexuellen Orientierung“, betonte der Münchner Bischofsvikar und erhielt dafür viel Applaus. Er sei froh, so Graf Stolberg, dass sich zahlreiche kirchliche Einrichtungen und Verbände sowie Haupt- und Ehrenamtliche in vielen Pfarreien in der Flüchtlingshilfe engagierten.

Rupert Graf zu Stolberg war einer der Auftaktredner der Menschenkette „Hand in Hand gegen Rassismus – Für Menschenrechte und Vielfalt“, die am 19. Juni am Münchner Karlsplatz begann. Die Veranstaltung fand zeitgleich auch in anderen deutschen Großstädten statt. Mitträger der Menschenkette waren insgesamt 29 Vereinigungen, die sonst unterschiedlicher kaum sein können: Von Amnesty International bis zum Zentralrat der Muslime in Deutschland, von der Arbeiterwohlfahrt über den Lesben- und Schwulenverband bis zum kirchlichen Hilfswerk Misereor reichte die Bandbreite. Alle Akteure wollten damit ein Signal für eine offene und tolerante Gesellschaft setzen.

Auch wenn die große Mehrheit auf dem Münchner Stachus aus Unterstützern bestand, so fand sich auch eine kleine Gruppe schwarzgekleideter, überwiegend junger Rechter ein, die stören wollten, sich damit aber nicht durchsetzen konnten. „Wir sind die Mehrheit“, rief DGB-Vorsitzender Matthias Jena ins Mikrophon und erhielt dafür donnernden Applaus. Und für Gänsehaut-Gefühle sorgte der Syrische Friedenschor, der nicht nur ein arabisches Stück brachte, sondern auch die „Ode an die Freude“ aus Beethovens 9. Symphonie sangt – sozusagen als Hymne der Weltbürger. (rif)