Neue Vatikan-Umfrage zu Ehe und Familie

Meinung der Gläubigen im Erzbistum ist gefragt

Die Gläubigen im Erzbistum München und Freising sind erneut aufgerufen, sich an einer Vatikan-Umfrage zu beteiligen. Bei der Familiensynode 2014 hatten die Bischöfe heftig um die Positionen der Kirche gerungen. Etwa beim Thema "wiederverheiratete Geschiedene". In diesem Herbst findet eine weitere Synode zu Ehe und Familie statt. Am Fragebogen kann man online teilnehmen.

(Bild: drubig-photo/Fotolia)

München - Das Erzbistum München und Freising hat die neue Vatikan-Umfrage zum Thema Familienpastoral im Internet veröffentlicht. Der Fragebogen ist auf der Homepage der Erzdiözese eingestellt und kann bis Sonntag, 1. März, beantwortet werden. Die ausgefüllten Fragebögen werden an die Deutsche Bischofskonferenz weitergeleitet, wo die Antworten gebündelt und an den Vatikan weitergegeben werden, so die Pressestelle des Erzbistums.

"Ihre Meinung ist gefragt. Der Katalog mit den Fragen steht für Ihre Antwort und Stellungnahme in der vorgelegten (ungekürzten) Form zur Verfügung", schreibt Ordinariatsdirektor Thomas Schlichting, Leiter des Ressorts Seelsorge und kirchliches Leben, im Vorwort zum Fragebogen. Da die 46 Fragen verschiedene Bereiche der Ehe- und Familienpastoral und deren Angebote beträfen, hätten nicht alle Fragen die gleiche Bedeutung für die Gläubigen. Die Teilnehmer der Umfrage könnten jedoch diejenigen Fragen auswählen, zu denen sie Stellung nehmen möchten, so Schlichting.

Bischofssynode im Oktober

Der Fragebogen knüpft an die Umfrage an, die 2013/2014 zur Vorbereitung der Außerordentlichen Bischofssynode zum Thema Familie stattfand. Die Bischofssynode im Vatikan von 4. bis 25. Oktober 2015 beschäftigt sich mit der "Berufung und Mission der Familie in der Kirche in der modernen Welt". In Vorbereitung darauf wird die Deutsche Bischofskonferenz den Fragenkatalog bei ihrer Frühjahrs-Vollversammlung von 23. bis 26. Februar in Hildesheim beraten. Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, die Deutsche Ordensobernkonferenz und der Katholisch-Theologische Fakultätentag sind aufgerufen, sich mit dem Fragebogen auseinanderzusetzen.

Die gebündelten Antworten aller Beteiligten werden bis zum 15. April an das Synodensekretariat in Rom geschickt. Der Diözesanrat, die demokratisch gewählte Vertretung der Christen im Erzbistum, begrüßte ausdrücklich die Einbindung der Gläubigen. "Jeder Laie sollte entsprechend seiner Kompetenz beantworten, was er kann und will", so der Vorsitzende Hans Tremmel, "denn wir sind als Volk Gottes in unseren je spezifischen Lebensumständen erneut gefragt, unsere Beziehungserfahrungen und unsere Vorstellungen von gelingendem menschlichen Leben einzubringen." Hierin liege eine Chance, "Kirche in einem offenen, diskursiven und konstruktiven Prozess mitzugestalten". (ksc/pm)