Politik und Kirche

Marx beklagt Nationalismus und Populismus

Beim traditionellen Sankt-Michaels-Empfang der katholischen Kirche fand der Münchner Kardinal deutliche Worte und nannte auch Gründe für die Entwicklung.

Kardinal Reinhard Marx sieht die wachsende Schere zwischen Arm und Reich als einen Grund für Populismus.

Berlin – Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat eine Rückwendung zu Nationalismus und Populismus beklagt. "Dass eine solche Entwicklung weltweit stattfindet, habe ich nicht erwartet", sagte Marx am Mittwochabend in Berlin.

Die Entwicklung sei auch Folge einer ungeregelten Ökonomisierung, die bewirke, dass die Unterschiede zwischen Arm und Reich weltweit zunähmen. "Wir können nicht hinnehmen, dass die Welt zerfällt", so der Kardinal.

Sitten nicht verwildern lassen

Es gelte, bereits bei der Sprache anzusetzen. "Wir dürfen die Sitten nicht verwildern lassen", verlangte Marx. "Wir dürfen eine Sprache nicht zulassen, die abwertend und rassistisch ist." Der Bischofskonferenz-Vorsitzende wörtlich: "Das werden wir nicht hinnehmen."

Marx äußerte sich beim traditionellen Sankt-Michaels-Empfang der katholischen Kirche. Dazu waren neben Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) auch die Bundestagsvizepräsidenten Thomas Oppermann und Hans-Peter Friedrich sowie weitere hochrangige Politiker gekommen. Auch Vertreter anderer Religionen und der Apostolische Nuntius in Berlin, Erzbischof Nikola Eterovic, nahmen teil. (kna)

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