Neue Normalität

Malteser wagen Neustart bei Erste-Hilfe-Kursen

Erste-Hilfe-Kurse finden wieder statt. Die Malteser sind mit dabei, auch wenn das Zwischenmenschliche dabei ins Hintertreffen gerät.

Erste Hilfe Übungen in Coronazeiten © Malteser BGL

München - Wir sind mittendrin in der „neuen Normalität“. Sogar Tanzschulen haben wieder geöffnet, getanzt werden darf aber nur kontaktlos oder mit festem Partner. Und endlich kann man auch im Freibad die frühsommerliche Wärme genießen, wenn man bereit ist, auf Duschen und Umkleidekabine zu verzichten. Bei all diesen Aktivitäten darf natürlich der Mund-Nase-Schutz nicht fehlen. Und wie selbstverständlich ist die Teilnehmerzahl sowohl beim Schwimmen als auch im Tanzstudio drastisch reduziert. Mit ähnlichen Einschränkungen ist jetzt auch die Erwachsenenbildung aus ihrer Corona Zwangspause zurückgekehrt. Hilfsorganisationen wie die Malteser im Erzbistum München und Freising wagen sich vorsichtig aus der Deckung und bieten seit Juni zum Beispiel wieder Erste-Hilfe-Kurse an.

Kontaktloses Lernen

Die seien natürlich anders als sonst üblich, erklärt Markus Bretschneider, der Leiter des Corona-Krisenstabes bei den Maltesern. Wegen der Abstandsregel gebe es keine Partnerübungen mehr. Mehr denn je diene die Puppe als freundlicher Helfer sowohl für den Ausbilder als auch für den Kursteilnehmer. An ihr könnten die Teilnehmer wie gewohnt ohne Ansteckungsgefahr die richtige Beatmungstechnik lernen, denn schließlich würden die Puppen noch öfter desinfiziert, als das bislang der Fall war. Und das Anlegen von Verbänden könnten die Teilnehmer auch an sich selbst üben, betont Bretschneider, der auch Diözesanreferent für Ausbildung ist und in dieser Funktion dafür sorgt, dass die bundesweiten Hygienevorschriften der Malteser im Erzbistum umgesetzt werden.

Sicherheit nach dem aktuellen Wissensstand

Die Ausbilder und Dozenten stimmten sich auf die veränderten Corona-Bedingungen seit Anfang Juni ein. Dabei stehe der Umgang mit den neuen Sicherheitsvorschriften an erster Stelle, versichert Bretschneider. „Wir tun alles, um Hygienemaßnahmen einzuhalten und umzusetzen.“ Angst brauche niemand zu haben, denn es gälten die strengsten Regeln, die man anwenden könnte. „Absolut sicher nach dem aktuellen Wissensstand“ sei die Maxime, betont Bretschneider. Er gibt sich optimistisch, auch wenn er weiß, dass der Neustart der Erste-Hilfe-Kurse unter diesen Bedingungen den Maltesern erst einmal nur wirtschaftliche Nachteile bringt.

Mit kleinen Schritten zurück in den Normalmodus

Was aber viel wichtiger als das Finanzielle sei: Die Wiederaufnahme der Kurse stelle ein Hoffnungszeichen dar, dass man langsam, aber sicher aus der Krise herauskomme. Auch bei den Maltesern gebe es diese Sehnsucht, die so stark ist, dass man vielleicht sogar noch diesen Monat den Krisenstab auflösen und bei der Organisation in den Normalmodus umschalten werde. Ein Ziel, das für Markus Bretschneider und seine Kollegen nach vielen Krisenwochen zum ersten Mal in greifbare Nähe gerückt ist. Dafür nimmt man die strengen Auflagen anscheinend gern in Kauf.

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Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de