70. Todestag

Märtyrer Joseph Wiedl: Im Dienst Gottes

Er wurde 1897 in Unterflossing geboren, kämpfte im 1. Weltkrieg in Frankreich, trat in den Niederlanden den Steyler Missionaren bei und ging in die Mission nach Neu Guinea: Joseph Wiedl. Als Bruder Cornelius geriet er in den Wirren des 2. Weltkriegs schließlich in japanische Gefangenschaft.

Bruder Cornelius Joseph Wiedl ging als einer der Blutzeugen des Erzbistums in die Geschichte ein (Bild: Sankt Michaelsbund)

Unterflossing - „Wenn auch die Menschen ihrer Natur nach die schwarze Farbe haben, in den Augen Gottes sind sie uns allen gleich und darum auch zu demselben Zwecke bestimmt wie wir... Wohl wird es manche Öpferchen zu bringen heißen, aber was ist da, im Dienste Gottes zu arbeiten für die vielen unsterblichen Seelen auf der weiten Welt.“ – dass er fernab der Heimat als größtes Opfer sein Leben hingeben würde, daran hatte Joseph Wiedl wohl nicht gedacht, als er diese Zeilen im Jahr 1933 schrieb. Von tiefem Glauben geprägte Briefe: sein Vermächtnis. Unvergessen: sein Einsatz.

Ihm, der als Bruder Cornelius den Steyler Missionaren beitrat und als einer der Blutzeugen des Erzbistums München und Freising in die Geschichte eingehen sollte, wurde anlässlich seines 70. Todestags gedacht. Die Andacht in der St. Laurentius Kapelle in Unterflossing leitete Gerhard Reitz aus Polling. Beeindruckende Auszüge aus den Briefen Wiedls gaben dem Märtyrer dabei ein Gesicht.

Mission in Neu Guinea

Joseph Wiedl erblickte am 14. November 1897 in Unterflossing das Licht der Welt. Nach einem Kriegseinsatz in Frankreich trat er als Bruder Cornelius den Steyler Missionaren bei. Die Gelübde legte er 1925 in Holland ab. Schon damals spielte Wiedl mit dem Gedanken, seine Heimat zu verlassen. Im Oktober 1933 reiste er in die Mission nach Neu Guinea. Bruder Cornelius verrichtete seinen Dienst in Alexishafen an der Zentralstation der Heilig Geist Mission der Steyler Missionare. Dort erbaute er mit seinen Missionsbrüdern die Kathedrale St. Michael, die im Jahre 1939 fertig errichtet war.

Die Kirche sowie der gesamte Gebäudekomplex wurden durch einen japanischen Fliegerangriff am 1. September 1943 bis auf die Grundmauern vernichtet. Die Japaner untersagten den Christen anschließend jegliche Missionstätigkeit und internierten die Ordensleute mit ihrem in Spionageverdacht geratenen Steyler Bischof Franziskus Wolf auf der Vulkaninsel Manam.

Tödlicher Luftangriff

Trotz Bischof Wolfs Widerstand sollten die unterernährten und an Malaria erkrankten Missionare am 26. Januar 1944 in das japanische Internierungslager Hollandia verlegt werden. Bei der Überfahrt wurde das japanische Transportboot Ziel eines nächtlichen Angriffs der amerikanischen Luftwaffe, die nicht bemerkten, dass auf dem Schiff ausschließlich Gefangene transportiert wurden. Mit Bruder Cornelius Wiedl starben bei diesem Angriff am 6. Februar 1944 weitere 45 Priester sowie Ordensmänner und -frauen.

In der Kapelle in Unterflossing ist eine Schautafel aufgebaut, mithilfe der sich Interessierte über Leben und Wirken des Missionars weiter informieren können. Selbstverständlich gedach ten auch Verwandte von Bruder Cornelius, darunter sein 78-jähriger Neffe Josef Wiedl des verstorbenen Missionars. Weitere Veranstaltungen zum Gedenken an den Unterflossinger Märtyrer des 20. Jahrhunderts sind ab August in der St. Laurentius Kapelle geplant. (Ursula Huckemeyer/taw)