Priesterweihe 2017

Leben, was man verkündet

Am Samstag spendet Kardinal Reinhard Marx bei einem Gottesdienst um 9 Uhr im Freisinger Mariendom sieben Männern das Sakrament der Priesterweihe. Wir trafen die Kandidaten vorab zum Gespräch im Münchner Priesterseminar.

Der Weihejahrgang 2017 (von links): Josef Rauffer, Michael Engel, Mathias Klein-Heßling, Bernhard Häglsperger, Mario Dieter Haberl, Frater Thomas Väth und Patrick Körbs © Ertl/SMB

Es war die Liebe zur Musik, die Josef Rauffer (29) letztlich zur Priesterberufung führte: „Ich war kirchlich überhaupt nicht sozialisiert, auch kein Ministrant“, erzählt er. Mit ungefähr 13 Jahren nahm ihn die damalige Pfarrhaushälterin Wally Meyer, die in Rauffers Heimatgemeinde St. Martin in Fischbachau auch Orgel spielte, einfach mal mit auf die Empore: „Vorher hab ich nur Akkordeon gespielt, aber das gefiel mir.“ So lernte Josef das Instrument kennen. Dann starb überraschend die Organistin, eine Arme Schulschwester, im nahen Wallfahrtsort Birkenstein. Ein Ersatz wurde gesucht und Josef sprang ein. Bald spielte er regelmäßig an dem bekannten Marienheiligtum. Dort machte Rauffer, der ursprünglich eine Lehre als Bankkaufmann bei der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee absolviert hatte, die Bekanntschaft mit vielen unterschiedlichen Gläubigen und Priestern. Sein Interesse an der Kirche, der Liturgie, dem Glauben wuchs. „Es waren viele positive Erlebnisse. Viele haben mir erzählt, dass sie der Glauben in ihrem Leben trägt“, sagt Rauffer. So holte er das Abitur nach und trat ins Priesterseminar ein. Als Seelsorger möchte er den Menschen vor allem das Evangelium verkünden, ihnen vermitteln, dass Gott, „Licht ist, das Leben hell macht und Hoffnung gibt, und dass der Glaube nicht einengt, sondern schön ist und den Horizont erweitert“.

Schon früh begeisterte sich Patrick Körbs (28) aus Germering für das kirchliche Leben in seiner Heimatpfarrei St. Johannes Bosco. Vor allem engagierte er sich als Ministrant. Sein Abitur absolvierte er als Seminarist des Erzbischöflichen Studienseminars St. Michael in Traunstein. Dort reifte seine kindliche Begeisterung für den Glauben zu einer Berufung für den priesterlichen Dienst heran. Unvergessen und ein wichtiger Wegbegleiter ist für ihn sein Heimatpfarrer Andreas Jaster gewesen. „Er kam nach Germering, als ich 14 Jahre alt war. Ich fand, er hatte eine große und würdevolle Ausstrahlung, besonders wenn er den Gottesdienst feierte, er war immer sehr ruhig und irgendwie auch wirklich ,cool‘. Ja, er prägte mich“, sagt Körbs rückblickend. Jaster bestärkte Körbs auch, als sich dieser mit der Entscheidung beschäftigte, ob er den Weg zum Priestertum einschlagen sollte oder nicht. Nun steht er vor der Weihe: Körbs möchte „ein authentischer Seelsorger sein. Ich möchte den Menschen vermitteln, dass es sich lohnt, Gott im Alltag Raum zu geben und seinen Glauben zu leben“.

Ein „Wegbegleiter der Menschen im Glauben und im Alltag“ möchte Mario Dieter Haberl (27) aus der Münchner Pfarrei St. Benno zukünftig sein. Er war im Pfarrkindergarten bei Niederbronner Schwestern, der Pfarrer seiner Kindheit, der umtriebige und weit über die Pfarreigrenzen hinaus bekannte Franz Xaver Eder (gestorben 2012), prägte ihn. Es war eine gute Zeit in seiner lebendigen Heimatgemeinde, im Pfarrzentrum „Bennopolis“ mit den diversen Pfarrei-Reisen. Am Ende der Schulzeit kommt bei Haberl dann der Wunsch auf, Priester zu werden. Doch er erkennt auch: „So wie die alten Priester ehedem gelebt haben, die 20 Jahre und länger in einer Pfarrei waren, so geht es heute nicht mehr.“ Anteil daran hat vor allem auch der heutige Pfarrer von St. Benno, Ludwig Sperrer: „Er ist ein Pfarrer der neuen Generation und machte manche Dinge anders.“ Und so wird Haberl nach Kräften versuchen, Gott im Heute zu verkünden, jenes „größte Geheimnis, das es gibt und das sich immer wieder aufdrängt.“

Auf seinen Namen wird der zukünftige Priester Michael Engel oft angesprochen. Aber der war natürlich nicht der Grund, dass sich der Weilheimer nun mit 39 Jahren weihen lässt. „Es war ein Prozess über ein ganzes Jahrzehnt“, erzählt er, eine Zeit des Suchens und Fragens, des Prüfens und Abwägens. Ursprünglich hat Engel Reisekaufmann gelernt. Dass der Neupriester sich nun dem „Unfassbaren“, wie er Gott bezeichnet, auf diese existenzielle Weise und mit seiner ganzen Hingabe als Person nähern will, hat auch viel mit seinem Heimatpfarrer Ulrich Lindl zu tun. „Er ist eine überzeugende priesterliche Gestalt, sehr glaubwürdig und authentisch.“ Ein echtes Vorbild – denn auch Michael Engel möchte zukünftig „ein glaubhafter Zeuge für Christus sein“ und „den Menschen zugewandt bei ihnen ein Interesse für den Glauben wachhalten“.

Den Heimatpfarrer als geistliches Vorbild

Auch bei Mathias Klein-Heßling (28) spielt der Heimatpfarrer eine wichtige Rolle für den Entschluss, Priester zu werden. Es war der 2014 verstorbene ehemalige Miesbacher Pfarrer Axel Meulemann. „Er sprach mich einfach darauf an, als ich Ministrant war, so mit 14 Jahren, ob ich mir das nicht vorstellen könnte.“ Doch beim Ansprechen beließ es Meulemann nicht: Er wurde zu einem guten geistlichen Begleiter für Klein-Heßling. „Er besaß eine frische und authentische Art, es erinnerte mich an das biblische ,Kommt und seht!‘“, erklärt der zukünftige Neupriester, für den Gott „die Freude ist, die mein Leben erfüllt“. Klein-Heßling will als Seelsorger „für die Menschen da sein. Sie sollen wissen, dass die sich immer an mich wenden können. Sie sollen spüren, dass da einer das lebt, was er verkündet“.

Fast wäre Bernhard Häglsperger (29) Benediktiner in der Abtei Weltenburg geworden: 2001 firmte ihn im heimischen Vilsbiburg Abt Thomas Freihart. Ein nachhaltiges Erlebnis: „Von da an bis zum Abitur war ich fest überzeugt, dort einzutreten.“ Dass es letztlich doch nicht dazu kam, lag am Zivildienst: Den absolvierte Häglsperger im heimischen Caritas-Altenheim: „Ich war dort auch in der Pflege eingesetzt, was mich sehr berührte.“ Von da an war für ihn der Dienst am Nächsten unverzichtbar geworden: „Das konnte ich mir aber nur schlecht hinter Klostermauern vorstellen.“ So entschied er sich, Weltpriester zu werden, um Gott, „den Grund von allem, die Quelle aller Liebe“ zu finden und zu verkünden. Ein „ruhiger und gesammelter Seelsorger“ möchte Häglsperger sein, „einer, der die Menschen und ihre Anliegen mit ins Gebet nimmt, der Freude ausstrahlt und die Menschen zur Gemeinschaft mit unserem Herrn Jesus Christus führt“. Weltenburg ist übrigens bis heute für ihn ein „wichtiger Ort zum Auftanken und Kräftesammeln.“

Wirklich in den Orden gegangen ist Thomas Väth (39). Der Unterfranke aus Marktheidenfeld ist nämlich ein Barmherziger Bruder. Sein Ordensgründer Johannes von Gott ist Frater Thomas ein wichtiges Vorbild: „Johannes von Gott hat die Krankenpflege seinerzeit neu erfunden, alle wollten zu ihm kommen. Warum? Ganz einfach, weil er die Menschen als Menschen behandelte.“ In seinem Orden darf er als Priester wirklich fast ausschließlich Seelsorger sein, freut er sich: „Um die wirtschaftlichen Belange kümmern sich bei uns traditionell die Brüder.“ Der gelernte Pflegediensthelfer, der zukünftig in der Seelsorge im ordenseigenen Krankenhaus in Schwandorf wirken wird, möchte die Menschen ermutigen, „sich für Gott zu öffnen, damit er ihre seelischen Wunden heilen kann“. Gott ist dabei für Frater Thomas ganz einfach „alles: Leben, Liebe, Trost und Hoffnung“.

Michael Engel (39) aus der Pfarrei Mariae Himmelfahrt in Weilheim, Bistum Augsburg. Seinen Pastoralkurs absolvierte Engel in der Pfarrei St. Andreas in Wolfratshausen, seine erste Kaplanstelle tritt er in der Stadtteilkirche Rosenheim-Inn an. Die Primiz feiert er am Sonntag, 9. Juli, um 10 Uhr in der Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt in Weilheim, Nachprimizen am Samstag, 15. Juli, um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Andreas in Wolfratshausen, am Sonntag, 16. Juli, um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Clemens in München-Neuhausen und am Montag, 17. Juli, um 19 Uhr in der Wallfahrtskapelle Maria Himmelfahrt im Fischbachauer Ortsteil Birkenstein. Als Primizspruch wählte Engel „Bedenke, was du tust, ahme nach, was du vollziehst und stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes.“ (Aus der Weiheliturgie)

Mario Dieter Haberl (27) aus der Pfarrei St. Benno in München-Maxvorstadt. Haberl absolvierte seinen Pastoralkurs im Pfarrverband Teisendorf im Berchtesgadener Land, dort tritt er auch seine erste Kaplansstelle an. Die Primiz findet am Sonntag, 2. Juli, um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Benno in München statt, Nachprimizen am Sonntag, 9. Juli, um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Mühldorf am Inn und am Sonntag, 16. Juli, um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Andreas in Teisendorf. Haberls Primizspruch lautet: „Lux in tenebris lucet – Das Licht leuchtet in der Finsternis.“ (Joh 1,5)

Bernhard Häglsperger (29) aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Vilsbiburg, Bistum Regensburg. Seinen Pastoralkurs absolvierte Hägslperger im Pfarrverband Hausham-Agatharied im Landkreis Miesbach, er wird Kaplan im Pfarrverband Neumarkt-St. Veit. Er feiert Primiz am Sonntag, 9. Juli, um 10 Uhr in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Vilsbiburg und Nachprimiz am Sonntag, 23. Juli, um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Anton in Hausham. Häglsperger wählte als Primizspruch: „Treu ist Gott, durch den ihr berufen worden seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.“ (1 Kor 1,9)

Mathias Klein-Heßling (28) aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Miesbach. Seinen Pastoralkurs absolvierte Klein-Heßling in der Pfarrei St. Andreas in Trostberg, Landkreis Traunstein. Er wird als Kaplan in der Stadtteilkirche Rosenheim-Am Wasen eingesetzt. Klein-Heßling feiert Primiz am Sonntag, 16. Juli, um 10 Uhr in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Miesbach, Nachprimiz am Sonntag, 23. Juli, um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Andreas in Trostberg. Seine Primiz stellte er unter das Motto: „Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.“ (Lk 6,45)

Patrick Körbs (28) aus der Pfarrei St. Johannes Bosco in Germering. Körbs absolvierte seinen Pastoralkurs in der Stadtteilkirche Rosenheim-Am Wasen, seine erste Kaplansstelle tritt er im Pfarrverband St. Korbinian in Freising an. Die Primiz feiert er am Sonntag, 2. Juli, um 11 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes Bosco in Germering, Nachprimiz am Sonntag, 30. Juli, um 9 Uhr in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Rosenheim-Pang. Als Primizspruch wählte Körbs „Unus Magister: Christus“ (nach Mt 23,10).

Josef Rauffer (29) aus der Pfarrei St. Martin in Fischbachau. Seinen Pastoralkurs absolvierte er im Pfarrverband Esting-Olching, er wird als Kaplan im Pfarrverband Stiftsland Berchtesgaden tätig sein. Die Primiz feiert Rauffer am Sonntag, 9. Juli, um 10 Uhr im Kurpark in Fischbachau, Nachprimiz am Sonntag, 23. Juli, um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Olching. Sein Primizspruch lautet: „Gott ist Licht und keine Finsternis ist in ihm.“ (1 Joh 1,5)

Frater Thomas Väth OH (39) aus der Pfarrei St. Josef der Bräutigam der Mutter Gottes in Marktheidenfeld, Bistum Würzburg, und Mitglied im Orden der Barmherzigen Brüder. Seinen Pastoralkurs absolvierte Väth in der Pfarrei Christkönig in München-Nymphenburg. Als Priester wird er in den Einrichtungen der Barmherzigen Brüder tätig sein. Die Primiz findet am Sonntag, 2. Juli, um 10 Uhr in der Krankenhauskirche der Barmherzigen Brüder in Regensburg statt, Nachprimizen feiert Väth unter anderem am Dienstag, 4. Juli, um 18.30 Uhr im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in München-Nymphenburg, am Sonntag, 16. Juli, um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Josef in Marktheidenfeld und am Sonntag, 6. August, in der Pfarrkirche Christkönig in München-Nymphenburg. Seine Primiz hat Väth unter das Leitwort „Er heilt die gebrochenen Herzen und verbindet ihre schmerzenden Wunden“ (Ps 147,3) gestellt. (ct)

Der Autor
Florian Ertl
Münchner Kirchenzeitung
f.ertl@st-michaelsbund.de