Claus-Peter Reisch

Leben retten ist Christenpflicht

Mehr als 1000 Menschen haben der Kapitän der "Lifeline" und seine Crew vor dem sicheren Ertrinken bewahrt. Dafür stand der gebürtige Münchner in Malta vor Gericht......

Claus-Peter Reisch bei seinem Besuch in unserer Redaktion

Die Bilder gingen um die Welt, als das Seenotrettungsschiff "Lifeline" mit 235 Flüchtlingen an Bord Ende Juni 2018 in keinen sicheren Hafen einlaufen durfte. Nach zähen Verhandlungen durften die Menschen dann in Malta von Bord gehen. Kapitän Claus-Peter Reisch jedoch wurde festgenommen. Der Vorwurf: falsche Beflaggung. Wie er die Rettungsaktionen erlebt hat, wie die Menschen an Bord auf diese Unsicherheit reagiert haben und warum er Kardinal Marx besonders dankt, das hat er in einem Gespräch erzählt, das wir vor ziemlich genau einem Jahr geführt haben. Leider ist das Thema noch immer topaktuell: Auch in diesem Jahr sind mehr als 1000 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Aus diesem Anlass wiederholen wir das Interview vom vergangenen Jahr.

Erstausstrahlung 9.12.2018

Die Spendenkontonummer von Mission Lifeline:

MISSION LIFELINE e.V., IBAN: DE85 8509 0000 2852 2610 08, BIC: GENODEF1DRS, Volksbank Dresden e.G.

Ein ökumenischer Gottesdienst für die Toten im Mittelmeer beginnt am 14.12.2019 um 14 Uhr im Münchner Dom. Zelebrieren werden Erzbischof Reinhard Kardinal Marx, Landesbischof Heinrich Bedford–Strohm und Bischof Vasilios von Aristi. Die Musik kommt von Elie Kayembe (Kongo), Buschra Poles Hanna (Irak), Barbara Pöschl-Edrich (Deutschland) und dem Byzantinischen Kantorenchor. Bereits ab 13 Uhr werden im Dom Namen von Ertrunkenen verlesen. Infos

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Die Autorin
Brigitte Strauß-Richters
Radio-Redaktion
b.strauss-richters@st-michaelsbund.de

Buchtipps

Claus-Peter Reisch: Das Meer der Tränen Wie ich als Kapitän des Seenotrettungsschiffes "Lifeline" Hunderte Leben rettete - und dafür angeklagt wurde

"Menschen wissentlich ertrinken zu lassen - das soll mit unseren europäischen Werten vereinbar sein?"

Südliches Mittelmeer, Juni 2018. 235 Menschen drohen auf offener See zu ertrinken - ihr viel zu kleines Schlauchboot ist leck geschlagen und verliert seit Stunden an Luft. Claus-Peter Reisch, Kapitän des Schiffes Lifeline, handelt sofort und rettet mit seiner Crew den verzweifelten Flüchtlingen das Leben. Doch seinem Schiff wird überall die Landung verwehrt. Kein europäischer Staat will die Schutzsuchenden aufnehmen. Erst nach fünf langen Tagen, in denen Europa einmal mehr über die Verantwortlichkeiten streitet, darf Reisch endlich in Malta anlegen. Er wird verhaftet, vor Gericht gestellt und verurteilt. Was den selbstständigen Kaufmann und ehrenamtlichen Seenotretter nur noch mehr darin bestärkt, sich für die Rechte der Schwachen einzusetzen.

Ein bewegendes, ein aufrüttelndes, ein wichtiges Buch. Ein Buch, dass das Versagen Europas und der Politik anprangert, Rettern wie Gerett

eten eine Stimme gibt und deutlich macht: Wahre Humanität kennt keine Ländergrenzen.

Mit einem Vorwort von Udo Lindenberg

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