Äußerungen aus Berlin

Lage der Christen im Irak

Die katholische Friedensbewegung Pax Christi hat sich besorgt über die Situation der Christen im Irak geäußert und an die Bundesregierung appeliert, mehr für die Flüchtlinge zu tun. Die Staatsministerin für Integration Maria Böhmer hat sich unterdessen mit in Deutschland lebenden orientalischen Christen ausgetauscht.

 

Hilfe statt Waffen (Bild: gustavofrazao - Fotolia.com)

Berlin- Die katholische Friedensbewegung Pax Christi appelliert an die Bundesregierung, mehr für Flüchtlinge aus dem Irak zu tun, ohne Waffen zu liefern. "Handeln Sie, um die Leute zu schützen, indem sie an sichere Orte gebracht werden. Das sollte auch die Möglichkeit einschließen, irakische Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen", schreibt der Bundesvorstand am Mittwoch an Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). "Liefern Sie keine Waffen in das Konfliktgebiet, üben Sie stattdessen politischen Druck auf die IS-Unterstützer aus, damit die IS vom Nachschub an Geld und Waffen abgeschnitten wird", so der Bundesvorstand weiter. Die Bundesregierung solle auf keinen Fall aus einem unüberlegten Aktionismus heraus, ohne Konzeption für die Folgen, aus staatlichen Beständen Kriegswaffen in das Krisengebiet des Irak liefern", sagte der Sprecher der pax christi-Kommission für Rüstungsexport, Harald Hellstern. "Damit wird Deutschland zur Konfliktpartei und heizt die Kriegsparteien an."

Um die Situation der im Irak lebenden Christen besser einschätzen zu können, hat sich die Staatsministerin für Integration Maria Böhmer (CDU) am Mittwoch mit einer Delegation von in Deutschland lebenden orientalischen Christen getroffen. Sie zeigte sich zutiefst besorgt und erklärte, Christen müssten auch im Irak und in Syrien sicher leben und in Sicherheit ihre Religion ausüben können. "Das ist der Bundesregierung und auch mir persönlich ein wichtiges Anliegen", so Böhmer. Die seit der Frühzeit des Christentums in der Region ansässigen Christen stünden angesichts des IS-Terrors vor einer fundamentalen Bedrohung ihrer Existenz. Thema des Gesprächs war nach Angaben des Auswärtigen Amtes die insgesamt dramatische humanitäre Situation der Flüchtlinge. Böhmer verwies dabei auf das Engagement der Bundesregierung sowie die Hilfsbereitschaft der Bürger, zahlreicher Nichtregierungsorganisationen. Dabei hob sie die Hilfen der Kirchen hervor.  (kna/sts)