Sonderausstellung im Jagd- und Fischereinmuseum

Krampus und Perchten

Das Jagd- und Fischereimuseum zeigt in einer Ausstellung rund 40 Masken von Kramperln, Perchten, Butenmaderln und dem Klaubauf. Damit soll den Besuchern eine uralte Tradition wieder näher gebracht und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Charakteren veranschaulicht werden.

Die Krampusausstellung im Jagd- und Fischereimuseum zeigt über 40 teilweise furchteinflößende Masken (Bild: Sankt Michaelsbund)

München - Bereits zum zweiten Mal findet im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum eine Ausstellung zum Thema "Krampus und Perchten" statt. Während sie letztes Jahr noch recht klein war, sind diesmal über 40 Masken zu sehen, erzählt Tom Bierbaumer, Chef der 1. Münchner Krampusgruppe "Sparifankerl Pass".  Die Kramperl sind imposante Gestalten in zotteligen Anzügen aus Ziegen- oder Schaffell mit archaischen Masken. Die Masken in der Ausstellung sind kleine Kunstwerke von schauerlicher Schönheit, geschaffen von Holzschnitzern wie Rupert Kreuzer („Astei-Masken“), Marc Schindler-Kornberger („Langegger Masken“) und Wolfgang Gangl („Gangl Masken). Je nach Anzahl der Hörner und abhängig vom Material kann eine Maske bis zu 20 Kilo wiegen. Krampusläufer Bierbaumer und seine Kollegen brauchen also für die Läufe vor allem eines: Ausdauer.

Anhand von neuen und alten Masken wird im Jagd- Und Fischereimuseum auch der Unterschied zwischen Percht und Krampus verdeutlicht. So sind Kramperl um die Zeit von Ende November bis zum 23. Dezember zu sehen und dienen als Begleiter des Nikolaus. Anschließend, in den Raunächen, treten die Perchten in Erscheinung. Sie haben zwar eine ähnliche Gestalt sollen aber den Winter austreiben und sind ein Fruchtbarkeitssymbol.

In diesem Jahr zeigt die Ausstellung erstmals noch andere Gestalten, wie den Klaubauf aus Osttirol, ein Klausengewand aus dem Allgäu und Butenmanderl. Die Besucher können sich aber nicht nur über diese alte Tradition informieren, sondern selbst einmal Krampus sein, so Bierbaumer. Eine neuere Krampusmaske kann von den Besuchern der Ausstellung anprobiert werden. Diese können ein Foto machen und das selbst auf einem extra dafür eingerichteten Facebook Account posten. Der Chef des "Sparifankerl Pass" freut sich über viele exotische Krampen aus der ganzen Welt.

Neben der Ausstellung, die bis zum 2. Februar im Jagd- und Fischereimuseum zu sehen ist, findet auch in diesem Jahr wieder ein großer Krampuslauf in der Münchner Innenstadt statt. Damit will Bierbaumer und sein "Sparifankerl-Pass" vor allem die uralte Tradition zeigen und deutlich machen, dass es sich bei den Krampuslaufen nicht um wilder Schlägerveranstaltungen handelt.

Für den Lauf am 8. Dezember um 15 Uhr (Startpunkt Marienplatz) haben sich schon jetzt um die 700 Kramperl aus der ganzen Alpenregion angemeldet. Tom Bierbaumer betont, dass der Münchner Lauf besonders familienfreundich sei und auch Kinder beim Zusehen sicherlich keine Angst haben müssten. Die Jahrhunderte alte alpenländische Tradition des Krampus-Laufens geht zurück auf die christlich-mythologischen Figuren des gütigen Bischofs Nikolaus und seines Begleiters Krampus als Abgesandter des Bösen, der „schlechten Zeitgenossen“ und „ungezogenen“ Kindern Angst einjagt. (sts)