Neues Buch des Münchner Erzbischofs

Kirche muss für Reformen offen bleiben

Wo liegen die Risiken bei der derzeitigen Lage der katholischen Kirche? Und: ergeben sich daraus vielleicht auch Chancen? In seinem neuen Buch „Kirche (über)lebt“ gibt Kardinal Reinhard Marx Denkanstöße für Veränderungsprozesse in der katholischen Kirche, die der Münchner Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz für unumgänglich hält.

Marx geht es in seinem Buch vor allem um die großen Linien bei der Erneuerung der Kirche. Der Glaube und seine Wahrheiten müssten erhalten und gestärkt werden. Dazu möchte Marx etwa den Gottesdienst wieder mehr ins Zentrum geistlichen Lebens rücken und stärker mit den karitativen Tätigkeiten der Gläubigen verbinden.
Gleichzeitig drängt Marx darauf, Strukturen innerhalb der Kirche zu reformieren. Diese seien in der Vergangenheit mitverantwortlich dafür gewesen, dass es zu Skandalen wie etwa den Missbrauchsfällen und Finanzaffären der Kirche gekommen sei.
Um seine Argumente für die Erneuerung der Kirche zu untermauern, analysiert Marx die historischen und aktuellen Gründe für die Kritik an der Kirche als Institution. Auch benennt er die Grundlagen, die Basis für Reformen im Einklang mit dem Glauben sein können. Damit richtet sich das Buch des Münchner Erzbischofs an verschiedene Gruppen und Strömungen in der katholischen Kirche: Die Bewahrer sollen sich nicht vor notwendigen Neuerungen in der Kirche verschließen, die Erneuerer bei ihren Bemühungen nicht die Glaubenswahrheiten aus dem Blick verlieren. Alle Gläubigen ermuntert er, sich aktiv und engagiert für die Kirche und den Glauben zu engagieren.

Reinhard Marx: Kirche (über)lebt, Kösel Verlag, 122 S., 12 Euro.

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