"Christians 4 Future"

Kirche für das Klima – Christen engagieren sich

"Fridays for Future" – eine Bewegung, die mittlerweile wirklich jeder kennt. Während hier vor allem Jugendliche aktiv sind, gibt es noch einige andere Gruppierungen wie "Parents for Future" und "Christians 4 Future". Von letzterer gibt es auch einen Münchner Ableger.

Plakat der Initiative "Fridays for Future" gegen den Klimawandel © Animaflora PicsStock - stock.adobe.com

München – Als Geographie- und Soziologie-Studentin Bettina Wopperer vor zweieinhalb Jahren nach München kam, war ihr klar: Sie will sich beim Klimaschutz engagieren. Nach der Teilnahme an einigen „Fridays for Future“-Veranstaltungen, kam der erste Lockdown und nichts ging mehr. Beim Surfen im Internet stieß sie auf „Christians 4 Future“ und nahm Kontakt auf, denn der christliche Rahmen war ihr wichtig. Es ist eine kleine, engagierte Gruppe in München, die verschiedene Projekte startet. Die 22-jährige Studentin ist gerne bei den online stattfindenden Klimaandachten dabei. Hierzu gäbe es ganz unterschiedliche Möglichkeiten. „Man kann in den Fürbitten gut auf die Thematik eingehen, indem man dafür betet, dass die Politiker weise Entscheidungen in Hinblick auf das Klima treffen oder das Verständnis für Klimagerechtigkeit größer wird. Aber wir hatten auch schon kleine Fachvorträge anstelle einer Predigt und es gibt sogar einen eigenen Klimachor“, erzählt sie.

Forderungskatalog Klimaschutz

Wichtig ist aber natürlich der Austausch mit anderen, die gleiche Ziele verfolgen. Eine davon ist in München Aenne Barnard. Sie hat im vergangenen Jahr mit anderen christlichen Klimaschützern einen Forderungskatalog mit zwölf Punkten erarbeitet. Dabei geht es unter anderem darum, die Kirchen zu ermuntern selbst ein Klimaschutzprogramm vorzulegen, bis 2030 klimaneutral zu werden, und nicht in klimaschädlichen Bereichen zu investieren.

Außerdem erwarte man, dass die Kirche auf Menschen zugehe und die Klimaproblematik innerhalb der Gemeinde thematisiere und zur Politik Stellung nehme. Dabei ginge es nicht darum sich auf die Seite einer Partei zu stellen, sondern klarzumachen, dass nicht mehr viel Zeit bleibt den Klimawandel aufzuhalten und das Überleben und die Schöpfung zu bewahren. Diese Ziele hat die Bewegung „Christians 4 Future“ katholischen und evangelischen Kirchenoberhäuptern und Freikirchen vorgelegt. Aenne Barnard war bei  der Übergabe des Klimapapiers an den evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Generalvikar Christoph Klingan in München dabei.

Lebensbedrohliche Situation

„Aber mit der Übergabe und einem Gespräch ist es natürlich nicht getan. Wir bleiben dran und werden weiter den Dialog suchen“, ergänzt Barnard. Sie sagt, es sei ihre große Hoffnung, etwas bewegen zu können und die Menschen zusammenbringen zu können, die sich für Klimaschutz einsetzen. So könne man hoffentlich die überzeugen, die noch nicht begriffen hätten, wie brisant und lebensbedrohlich die Situation sei. „Je mehr Leute das Rädchen in die Hand nehmen und es in die Richtung drehen, in die sie sich eine Entwicklung wünschen, desto mehr dreht sich die Gesellschaft in die richtige Richtung. Und da hat für die beiden Frauen von "Christians 4 Future" auf jeden Fall der Klimaschutz höchste Priorität.

Die Autorin
Stefanie Schmid
Radio-Redaktion
s.schmid@st-michaelsbund.de