Beschwerde über Kruzifix im Wahllokal

(K)ein Kreuz zuviel?

Ein Wahlhelfer aus Unterhaching ficht das Ergebnis der Landtagswahl in Bayern an. Ein Kreuz an der Wand im Pfarrheim Sankt Alto, das als Wahllokal diente, soll die Wähler beeinflusst haben. Bürgermeister und Pfarrer widersprechen dem Mann.

(Bild: imago/Gerhard Leber)

Unterhaching - Bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag ist es in einem Wahllokal in Unterhaching zu einem Zwischenfall mit Folgen gekommen. Bürgermeister Wolfgang Panzer berichtete den Münchner Kirchennachrichten, dass ein Wahlhelfer nach Differenzen mit dem Wahlvorstand von seinen Aufgaben entbunden wurde. Anschließend beschwerte sich der Mann, ein Ingenieur, dass in dem Wahllokal, im Pfarrheim von Sankt Alto, ein Kruzifix an der Wand hängt und dieses die Wähler bei ihrer Entscheidung beeinflusse.

Laut Süddeutscher Zeitung fordert der Mann nun vom Landeswahlleiter die Annulierung der Ergebnisse, und dass vor der bevorstehenden Bundestagswahl alle Kreuze aus Wahllokalen entfernt werden. Bürgermeister Panzer lehnt dies ab. Das Kreuz bleibe an der Wand und das Pfarrheim werde auch bei der Bundestagswahl am kommenden Sonntag - wie schon „seit Jahrzehnten“ - als Wahllokal genutzt.

Für Pfarrer Kilian-Thomas Semel kommt eine Abnahme des Kreuzes ebensowenig in Frage. Die Beschwerde über das Kruzifix habe ihn „überrascht und irritiert“. Der Anfrage der Gemeindeverwaltung, Räume für die Wahl zur Verfügung zu stellen, sei man gerne nachgekommen. „Das Pfarrheim ist ein kirchlicher Raum und da gehört das Kreuz dazu“, sagte Semel den Münchner Kirchennachrichten. Mit ihm als Leiter des Pfarrverbands Unterhaching werde das Kreuz nicht entfernt. Seiner Meinung nach hätte ein Kruzifix auch keinen Einfluss auf die Wähler, die ihre Entscheidung ja aus „politischer Verantwortung“ heraus treffen würden. (ksc/rvl)