Eichstätt

Katholische Schule soll 300 Flüchtlinge beherbergen

Das ehemalige Gebäude der katholischen Maria-Ward-Realschule in Eichstätt soll ab nächster Woche als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge dienen. Geplant sei, zunächst für ein Jahr bis zu 300 Asylbewerber in den leerstehenden Klassenräumen unterzubringen. Das gaben bayerische Regierungsvertreter am Freitag in Eichstätt bekannt.

Sozialministerin Emilia Müller und Bischof Gregor Maria Hanke bei der Pressekonferenz (Bild: pde)

Eichstätt - Sozialministerin Emilia Müller (CSU) bescheinigte dem spontanen Angebot von Bischof Gregor Maria Hanke Signalwirkung. Die Kirche leiste ihren Beitrag zur Flüchtlingshilfe, die eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft sei. Es sei angesichts der Not nur ein kleiner Schritt, doch müsse "jeder das Seinige tun", sagte der Bischof. Man habe ihn wagen können, weil die Caritas über genug Kompetenz und Erfahrung verfüge. Die Bevölkerung müsse merken, dass dies ein "begleiteter Prozess" sei.

Der oberbayerische Regierungspräsident Christoph Hillenbrand (CSU) erklärte, dass München bei der Erstaufnahme dringend entlastet werden müsse. Das Schulgebäude in Eichstätt sei gut in Schuss und erfordere weit weniger Arbeit als eine alte Kaserne. Dennoch sei noch vieles zu tun, etwa einen Essensdienst zu organisieren oder einen Hausmeister.

Schnelle Entscheidung

Landrat Anton Knapp (CSU) und Oberbürgermeister Andreas Steppberger (FW) zeigten sich beeindruckt, "wie schnell alles ging". Am Dienstag habe er das erste Mal mit dem Bischof telefoniert, und nun habe bereits ein Runder Tisch mit allen Beteiligten stattgefunden, sagte Steppberger. Auch wenn das Projekt nicht bei allen in der Stadt Anklang fände, wolle er das Positive hinaustragen. Dazu soll am kommenden Dienstag eine Bürgerinformationsveranstaltung stattfinden. (kna)