Synodaler Weg

Katholische Kirche will Reformdialog starten

Die katholische Kirche in Deutschland will möglichst im Frühjahr 2020 einen Reformdialog starten. Notwendig dafür ist allerdings noch die endgültige Zustimmung der Bischöfe und Laien.

Kardinal Reinhard Marx ist Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. (Archivbild)

Bonn – Den Start des Reformdialogs innerhalb der katholischen Kirche im Frühjahr 2020 haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, am Freitag vor Journalisten in Bonn angekündigt. Notwendig dafür ist allerdings noch die endgültige Zustimmung der Bischöfe und Laien. Dieser Schritt soll auf den Herbstvollversammlungen der beiden Gremien erfolgen. Bis dahin soll außerdem ein Statut für den "synodalen Weg" vorliegen.

Vertrauenskrise

Nach intensivem Ringen hatten die deutschen Bischöfe im Frühjahr 2019 einen solchen Weg beschlossen. Dabei soll es um die Themen Macht, kirchliche Sexualmoral, Lebensform der Priester und die Rolle der Frau gehen. Der Missbrauchsskandal hatte die Kirche in eine Vertrauenskrise gestürzt, in der Rufe nach Reformen lauter wurden.

Bereits zwischen 2011 und 2015 hatte es einen sogenannten Gesprächsprozess in der Kirche gegeben. Von einem "synodalen Weg" versprechen sich Befürworter mehr konkrete Ergebnisse. Kritiker warnen dagegen vor einem deutschen Sonderweg in der Weltkirche und verweisen darauf, dass Fragen wie die Weihe von Frauen die Lehre betreffen und nicht national entschieden werden könnten. (kna)

Stichwort "Synode"

Der aus dem griechischen "synodos" ("gemeinsamer Weg", "Zusammenkunft") stammende Begriff Synode bezeichnet im Christentum eine Kirchenversammlung. Das katholische Kirchenrecht unterscheidet zwischen Diözesansynoden auf Ebene eines Bistums, Partikularkonzilien auf nationaler Ebene und der weltweiten Bischofssynode.

Die Synode hat in der katholischem Kirche beratende Funktion. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965), das die Kirche als Volk Gottes bezeichnete, wertete die Diözesansynoden auf und schuf die Institution einer weltweiten Bischofssynode. Von 1971 bis 1975 gab es eine Gemeinsame Synode der westdeutschen Bistümer in Würzburg.

Auf der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe in Lingen kündigte der Konferenz-Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, einen "verbindlichen synodalen Weg" zur Erneuerung und Veränderung der Kirche an. Dieser soll im Frühjahr 2020 starten und ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. (kna)