Seit 10 Jahren in München

Katholische Journalistenschule im Kloster

Das Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses zog vor zehn Jahren in das zu groß gewordene Kapuzinerkloster in die Isarvorstadt. Dabei hat es nie ganz aufgehört Kloster zu sein.

Bernhard Remmers, Journalistischer Direktor des ifp, im Innenhof des alten Klosters

München – Bernhard Remmers sitzt im idyllischen ehemaligen Klosterkreuzgang und freut sich: „Wir sind die wohl schönste Journalistenschule in Deutschland.“ Wer wollte dem Journalistischen Direktor des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp), der Journalistenschule in Trägerschaft der katholischen Kirche, widersprechen? Seit zehn Jahren hat das ifp seinen Sitz im umgebauten Kapuzinerkloster St. Anton (Kapuzinerstraße 38) in der Münchner Isarvorstadt.

Am 15. September 2008 fand die offizielle Eröffnungsfeier statt. Rund 400 geladenen Gäste aus Kirche, Medien und Politik nahmen am Gottesdienst in der Antoniuskirche und der anschließenden Feier teil. Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx sprach damals von einem „festlichen Tag für die katholische Kirche in Deutschland und im Erzbistum“.

Über elf Millionen Euro Kosten

2005 fiel die Entscheidung, das ifp in das zu groß gewordene Kapuzinerkloster von 1846/47 zu verlegen. Die äußerst aufwendigen Umbaumaßnahmen dauerten von 2006 bis 2008 und kosten über elf Millionen Euro, 5,3 Millionen steuerte die Erzdiözese bei. Es kam zu einer Dreiernutzung: Geschaffen wurden Büros, Studios, Seminar- und Computerräume sowie 24 Zimmer für das ifp, in Größe und Beschaffenheit ähnlich der alten Klosterzellen. Die historische Schmerzhafte Kapelle wurde zurückgebaut, ins Langhaus kam das Fernsehstudio, der über 300 Jahre alte Kuppelbau blieb als stimmungsvoller Sakralraum erhalten, den auch das ifp gern als Gebetsort nutzt. Die Kapuziner bezogen das angrenzende ehemalige Pfarrhaus und die Pfarrei bekam ebenfalls neue Gemeinderäume.

Besondere Atmosphäre

Eine gute Nachbarschaft, die bis heute klappt, wie Remmers betont: „Es sind kurze Wege, alles läuft ganz unkompliziert, man hilft sich gegenseitig.“ Vor allem, dass die Ordensbrüder den Standort nicht verlassen hätten, trage zur besonderen Atmosphäre bei: „Das Haus hat somit nie ganz aufgehört, ein Kloster zu sein.“ Viele Studenten und Absolventen betrachteten das Medienkloster nach ihrer Ausbildung als zweite Heimat: „Es ist ein offenes und einladendes Haus.“ Wer es selbst einmal erleben möchte: Das ifp vermietet, soweit es der Studienbetrieb zulässt, Zimmer auch ganz regulär zum Übernachten, bei Bedarf einfach unter Telefon 089/549103-0 anfragen.

Der Autor
Florian Ertl
Münchner Kirchenzeitung
f.ertl@st-michaelsbund.de